Gastronomie in Hamm
Überraschendes Comeback: Hardy Weiß eröffnet neues Lokal
Nach dem „Hardy‘s“ und einer kreativen Pause ist Hartmut Weiß bereit für sein nächstes Gastro-Abenteuer in Hamm. Der Wirt zieht in den früheren „Hörsaal“. Er weiß um die Risiken, aber auch um die Chancen.
Hamm - Nach dem „Hardy‘s“ ist vor der „Laterne“: Der Hammer Gastronom Hartmut Weiß, der Ende April 2023 sein Kultlokal in der Oststraße aufgab, will es nochmal wissen und wird in Kürze im bisherigen „Hörsaal“ eine Art Bistro-Kneipe eröffnen. Heißen soll sie „Laterne“. Warum? „Weil vor dem Haus eine besonders hübsche historische Laterne steht“, sagte der 60-Jährige. Warum also nicht.
Weil sich alle aktiven Optionen zerschlugen, hatte Weiß nach seinem Ausstieg ein „Sabbatjahr“ eingelegt, an dessen Ende erst Sehnsucht und dann Gelegenheit standen. Nun will er also das wenige Meter entfernte Ladenlokal an der Ecke Antonistraße/Königstraße wieder mit Leben füllen. Zwar kleiner, aber doch weitgehend so, wie die Hammer es vom „Hardy‘s“ kannten: mit Öffnungszeiten vom späten Nachmittag bis 23 Uhr an sechs Tagen, bekannten Getränkesorten, entspannter Atmosphäre und natürlich mit dem vertrauten Gastgeber-Gesicht hinterm Tresen. Neu ist das Speisenangebot: Es gibt nämlich keine klassische Speisekarte mehr, sondern frisch zubereitete Kleinigkeiten, für die kein Koch nötig ist.
Weiß‘ Ehefrau, die Künstlerin Jutta Elbers (57), wird natürlich auch mitmischen. Allerdings eher im kleinen Rahmen. Genauer kann Weiß es noch nicht sagen, das gelte es „noch zu klären“. Den Regelbetrieb will er mit vier bis fünf Minijob-Kräften stemmen.
Hardy‘s-Wirt eröffnet neues Lokal im alten Hörsaal
Der 60-Jährige weiß natürlich um die schwierige Vergangenheit des Standorts. Nach dem Ende von Maria Pletschens „Altstadt-Eck“ eröffneten und scheiterten dort seit 2009 das „Ladykillers“, das „Stefax“, das „Sentidos“ und eben der „Hörsaal“. „Altbewährtes“ und Sicherheit“ lauten nun die Zauberwörter für eine bessere Zukunft. Passend dazu ist das Interieur schlicht, aber stabil - es kam gebraucht aus Holland nach Hamm, die Wände sind nun cognacfarben statt wie zuletzt schwarz. Erreichen möchte der Wirt ein möglichst breites Publikum, aber zuvorderst natürlich die langjährigen Hardy‘s-Gäste.
Seit vier Wochen bringt Hartmut Weiß den Laden inzwischen auf Vordermann; eröffnen möchte er spätestens Mitte Juni. Dann dürften die Chancen gut stehen, dass auch der kleine Biergartenbereich in Sichtweite des Kinos öffnen kann. Dieser soll die 30 Innen- möglichst oft um rund 35 Außenplätze ergänzen.
Zeitleiste: Mit dem Louis ging es los
Hardy Weiß und Jutta Elbers hatten sich in der Oststraße von 2006 bis 2011 mit dem Betrieb des Louis-Bistro einen Namen in der Gastroszene gemacht. Viel Livemusik war Teil des Programms, die „Louis Blues Band“ hatte dort ihre Heimat.
Nach Stress mit der Nachbarschaft verabschiedete sich das Paar nach Bergkamen-Overberge, um dort mit einem ähnlichen Ansatz das Traditionshaus Schmülling wiederzubeleben. Doch echtes Glück sollte sich dort nicht einstellen: Nach nicht einmal einem Jahr war Schluss.
So zogen die beiden schließlich 2017 zurück in die Oststraße: In den früheren Räumlichkeiten von Café Schulte, Café Schmidt und RöSaSu eröffneten sie am 1. April schließlich das Hardy‘s. „Ihr“ Louis war zwischenzeitlich zu einer Shisha-Bar umgeflaggt worden.
Ende April 2023, also nach sechs Jahren, gingen im Hardy‘s die Lichter aus. Weiß und Jutta Elbers hörten auf, weil die Probleme einfach nicht weniger wurden. Wenige Monate später startete dort das Kasabar, das inzwischen sogar einen Neustart erlebte.
Nur wenige Meter neben dem früheren Hardy‘s wird in Kürze „Das Haus des Döners“ eröffnen. Eins ist klar: Der erste Tag wird für viele Beteiligte ein heißer Tag werden.
Rubriklistenbild: © Markus Hanneken

