Hartmut Weiß und Jutta Elbers

„Unser Wendepunkt“: Pächter schließen Hardy‘s im April

Ende April 2023 gehen im Hardy‘s die Lichter aus.
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Während der Weihnachtszeit und darüber hinaus noch geöffnet - aber Ende April 2023 gehen im Hardy‘s die Lichter aus.

Nach sechs Jahren werden im Hardy‘s in Hamm die Lichter ausgehen. Das Gastronomen-Paar Hartmut Weiß und Jutta Elbers hört auf, weil die Probleme einfach nicht weniger werden.

Hamm – Der eine kommt, die anderen gehen. Während nur wenige Meter weiter am Marktplatz ein Gastronom voller Hoffnung ein neues Restaurant eröffnet, kommt aus der Oststraße eine genau gegensätzliche Nachricht. Das beliebte Hardy‘s, einst aus dem ebenso beliebten Louis hervorgegangen, wird nach sechs Jahren schließen.

Am Mittwoch verkündete das Pächterpaar Hartmut Weiß (58) und Jutta Elbers (55) offiziell, dass sie den Pachtvertrag an der Oststraße 5 nicht über den 30. April 2023 hinaus verlängern werden. Die Mitarbeiter sind bereits seit drei Wochen informiert – manch eine(r) hatte die traurige Nachricht bereits erwartet.

Die Entscheidung fußt auf dem in den vergangenen zweieinhalb Jahren aufgetürmten und Luft abschnürenden Ereignisberg aus Corona, Vorsicht, Reduzierungen, Schließungen, Personalnot, Krieg und Inflation. Dabei mangelt es dem Hardy’s längst nicht mehr am Gästezuspruch – im Gegenteil.

Befreiungsschlag? Irgendwie schon. Aber vor allem löst sich gerade ein Knoten.

Hartmut „Hardy“ Weiß

Hardy‘s macht Schluss: Stress und Mitarbeitermangel

Die Crux dabei: Zum einen bewirke der Stress, der während der langen Corona-Auflagenphasen deutlich abgemildert war, zum anderen fehle qualifizierter Mitarbeiternachwuchs. Ein Blick auf die Facebookseite des Hardy’s mit ihren vielen „Notrufen“ spricht hier Bände. So musste vor allem Jutta Elbers, die eigentlich nur tageweise im Einsatz war und auch sein wollte, immer öfter als Aushilfe in allen Bereichen einspringen. Ihre andere Leidenschaft, die Malerei, sei dabei zunehmend unter die Räder geraten, bedauert sie.

Mit Blick auf den auslaufenden Pachtvertrag wuchs somit der Erkenntnis, dass mangels belastbarer Perspektive eine Entscheidung her müsse. „Das ist nun unser Wendepunkt“, sagt Elbers.

Jutta Elbers und Hartmut Weiß ganz stolz: Im Frühjahr 2018 wurde ihre Gaststätte vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit dem Westfälischen Dehoga-Gütesiegel ausgezeichnet.

Hardy‘s macht Schluss: adäquater Nachfolger gesucht

Zwar verzichten die beiden vor allem aus Stimmungsgründen auf eine Silvesterparty, doch die verbleibenden fünf Monate wollen sie gleichwohl vernünftig durchziehen. Dafür hoffen sie natürlich darauf, dass ihnen die Gäste und das Personal treu bleiben. Denn – auch das gehört zur Wahrheit – sie und die Verpächterin würden das Lokal nur zu gern in gute und ähnliche Hände weitergeben. „Vielleicht ein Bio-Restaurant? Ein Tagescafé? Oder ein Spanier?“, überlegt Elbers laut. „Jedenfalls soll es etwas sein, wo auch wir selbst abends gern hingehen würden“, ergänzt Weiß. Immerhin verstehen die beiden das Hardy’s ja nicht als normale Kneipe, wie der komplette Name „Hardy’s Restaurant und Kneipenkultur“ deutlich machen soll.

Was aus ihnen selbst wird, ist noch offen – Sorgen müsse sich aber niemand machen, beteuern Elbers und Weiß einmütig. Für die Rente seien sie jedenfalls noch zu jung.

Zeitleiste: Vom Louis zum Hardy‘s

Das Paar hatte sich in der Oststraße von 2006 bis 2011 mit dem Betrieb des Louis-Bistro einen Namen in der Gastroszene gemacht. Viel Livemusik war Teil des Programms, die „Louis Blues Band“ hatte dort ihre Heimat.

Nach Stress mit der Nachbarschaft verabschiedete sich das Paar nach Bergkamen-Overberge, um dort mit einem ähnlichen Ansatz das Traditionshaus Schmülling wiederzubeleben. Doch echtes Glück sollte sich dort nicht einstellen: Nach nicht einmal einem Jahr war Schluss.

So zogen die beiden schließlich 2017 zurück in die Oststraße: In den früheren Räumlichkeiten von Café Schulte, Café Schmidt und RöSaSu eröffneten sie am 1. April schließlich das Hardy‘s.

„Ihr“ Louis war zwischenzeitlich zu einer Shisha-Bar umgeflaggt worden.

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