Restaurant am Kino
Keine Rückkehr für Spanier „Sentidos“ - Nachfolger gesucht
Großen Erfolg verbuchte ab August 2018 das kleine spanische Restaurant „Sentidos“ in der Hammer Innenstadt. Seit rund anderthalb Jahren ist es dicht. Sollte noch jemand Hoffnung auf eine Wiederbelebung haben, dann enttäuschen wir sie jetzt und hier.
Hamm – Nach den Betriebsferien bis Anfang Februar 2020 wollte die Mannschaft des spanischen Restaurants „Sentidos“ wieder richtig durchstarten. Doch dann kam Corona und Ende März des vergangenen Jahres der erste Lockdown. Seitdem ist daraus für das „Sentidos“ ein Dauer-Lockdown geworden. Der Eingang an der Königstraße ist mit Holzplatten verschalt. Für alle, denen das Spanisch vorkommt: Der Pachtvertrag ist inzwischen aufgelöst, das Restaurant gibt es nicht mehr.
Das bestätigte Yannick Hölscher, einer der beiden ehemaligen Betreiber des Restaurants, auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung. Etwa eineinhalb Jahre seit August 2018 war das Restaurant am Standort und schien mit seinem Konzept bei den Gästen zu punkten, erntete gute Bewertungen und war auf bestem Weg, schnell eine passende Ergänzung zur vorhandenen Gastronomielandschaft zu werden.
Mit Corona sei das beendet gewesen, so Hölscher. „Die Räume waren zu klein, um hier nach Ende des Lockdowns mit all den Sicherheitsvorschriften ausreichend Gäste zu bewirten. Das konnten wir uns nicht mehr schönrechnen“, sagt Hölscher. „Wir haben vorher ja gerade auch von der Gemütlichkeit und Enge gelebt. Das gehörte dazu und war nicht mehr möglich.“ Aus heutiger Sicht sei die Entscheidung richtig gewesen. Nach wie vor halte er es für schwierig, zum jetzigen Zeitpunkt in Gastronomie zu investieren.
„Sentidos“ für immer geschlossen: am liebsten wieder Gastronomie
Man wolle grundsätzlich schon an dem Standort als Ort für Gastronomie festhalten, sagte ein Sprecher des Vermieters der Immobile, ein Familienunternehmen aus Hamm, das namentlich nicht genannt werden möchte. Zweifellos sei es ein Wagnis, in Zeiten von Corona einen gastronomischen Betrieb zu eröffnen, räumt er ein. Es habe Gespräche gegeben, zu einem Abschluss sei es bisher aber nicht gekommen. Der Ort sei geeignet für eine Gastronomie mit kleinem Speisenangebot. Zwar sei auch die Umwandlung in Wohnraum denkbar, doch bei dieser Entscheidung sei man im Moment noch nicht angekommen.
Der Eingangsbereich sei mit Holzplatten verschlossen worden, weil es hier wiederholt zu Verschmutzungen gekommen sei. Menschen aus der Straßenszene hatten sich zeitweise ein Quartier eingerichtet.
Vor dem „Sentidos“ befand sich hier das Steak-Restaurant „Stefax“, davor das „Ladykillers“. Als „Altstadt-Eck“ wird die Gaststätte manchem im Gedächtnis geblieben sein, weil sie nach dem Abriss von Asbeck von Kult-Wirtin Maria Pletschen betrieben worden war.