Himmel-Highlights
Vollmond und Sommersonnenwende im Juni: Wann man den Erdbeermond über NRW sehen kann
Im Juni treffen Sommersonnenwende und Erdbeermond aufeinander. Wann der besondere Vollmond über NRW zu sehen ist – und was der Namen bedeutet.
Im Juni 2026 treffen gleich zwei besondere Himmelsereignisse aufeinander: die Sommersonnenwende und der sogenannte Erdbeermond. Wer in NRW den Blick in den Nachthimmel richtet, wird in diesem Monat mit einem eindrucksvollen Naturschauspiel belohnt.
Bevor der Erdbeermond das Firmament erhellt, steht zunächst ein anderes astronomisches Ereignis auf dem Programm. Am 21. Juni erreicht die Sonne um 10.25 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn und steht am höchsten über dem Himmelsäquator – es ist Sommersonnenwende. Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg, erklärt: „Der Himmelsäquator ist (...) eine Projektion des Erdäquators auf eine erdachte Himmelskugel, die unsere Erde umgibt.“
Die Sommersonnenwende im Juni: Der längste Tag des Jahres
Schon in den Wochen zuvor macht sich der bevorstehende Jahreszeitenwechsel bemerkbar. „Der sogenannte Sonnenlauf verlangsamt sich. Das ist ganz typisch für die Wochen vor der Sommersonnenwende. Die Sonne geht zwar nach wie vor etwas früher auf und sinkt später unter den Horizont, aber die täglichen Unterschiede sind längst nicht mehr so dynamisch wie zur Tag-und-Nacht-Gleiche im März“, so Dr. Voss. Nach dem 21. Juni werden die Nächte langsam wieder länger – bis zum Herbstanfang im September überwiegen jedoch weiterhin die hellen Stunden des Tages.
Das wohl beeindruckendste Himmelsschauspiel des Monats ist der Vollmond in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni. Er taucht erst sehr spät im Monat auf, weil es im Mai gleich zwei Vollmonde gab und der letzte erst am 31. Mai am Himmel stand. Der Vollmond im Juni trägt einen wohlklingenden Namen: Erdbeermond. Doch woher kommt diese Bezeichnung eigentlich? Wer nun an einen Mond in Erdbeerform oder in rosarotem Licht denkt, liegt falsch.
Der Erdbeermond: Ein Name mit Geschichte
Laut dem Planetarium Hamburg gaben indigene Völker Nordamerikas dem Juni-Vollmond diesen Namen – nicht wegen seiner Farbe, sondern wegen der anstehenden Erdbeerernte. „In früheren Zeiten war es vielmehr so, dass der Erdtrabant den Menschen dabei half, ihren Alltag und das Jahr zeitlich zu strukturieren. Seine verschiedenen Namen im Jahreslauf verraten uns, was sie zu der entsprechenden Zeit beschäftigte, welche Traditionen sie pflegten und welche Arbeiten anstanden. Im Juni war es die anfallende Erdbeerernte – wie auch heute noch“, erklärt Dr. Voss.
Als es noch keine modernen Uhren und Kalender gab, half der Mond den Menschen dabei, das Jahr zu strukturieren. Die verschiedenen Vollmondnamen spiegeln damit eine enge Verbundenheit mit der Natur und den Jahreszeiten wider.
Warum der Erdbeermond so beeindruckend wirkt
Was den Juni-Vollmond dennoch besonders macht, ist seine auffällige Optik. Typisch für die späten Frühlings- und Sommermonate steht er tief am Horizont – und das hat einen verblüffenden Effekt auf unsere Wahrnehmung. „Wenn das Wetter mitspielt, wirkt ein tief stehender Vollmond beeindruckender als manch erdnaher ‚Supermond‘. Denn in Horizontnähe vergleicht ihn unser Gehirn automatisch mit Bäumen oder Gebäuden, was den Mond viel größer erscheinen lässt“, erklärt Dr. Voss vom Planetarium Hamburg. „Höher am Himmel fehlen diese Vergleichsmöglichkeiten.“
Hinzu kommt die charakteristische rötliche Färbung. Diese entsteht, weil das Mondlicht in Horizontnähe eine dickere Schicht der Erdatmosphäre durchdringen muss. Kurzwelliges blaues Licht wird dabei stärker gestreut, während das langwellige rote Licht den Mond in warmen Tönen erstrahlen lässt. Auch der nahe gelegene Stern Antares, ein rund 550 Lichtjahre entfernter roter Überriese im Sternbild Skorpion, trägt zur besonderen Atmosphäre der Juninacht bei.
Wann und wo kann man den Erdbeermond in NRW beobachten?
Wer den Erdbeermond über NRW beobachten möchte, sollte sich die Nacht vom 29. auf den 30. Juni vormerken. Der Vollmond erreicht seinen Höhepunkt am 30. Juni um 1.57 Uhr. Am besten lässt er sich von einem erhöhten, freien Standort mit Blick zum Horizont beobachten – also weg von heller Stadtbeleuchtung und störenden Gebäuden. In NRW bieten sich vor allem die Eifel oder das Sauerland an, weil dort die wenigste Lichtverschmutzung vorherrscht.
Wer in NRW auf den Erdbeermond wartet, muss sich allerdings auf kurze Nächte einstellen. Rund um die Sommersonnenwende sind die Nächte in unseren Breiten so kurz wie nirgendwo sonst im Jahr. Das Phänomen der sogenannten Mitternachtsdämmerung sorgt dafür, dass es nie vollständig dunkel wird. Je weiter man sich nach Norden bewegt, desto ausgeprägter wird dieser Effekt. In Nordnorwegen scheint die Sonne sogar um Mitternacht noch über dem Horizont – als Mitternachtssonne.
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