Mehr Geld – für alle?
Rentenerhöhung kommt im Juli – doch viele Rentner in NRW haben Pech
Zum 1. Juli 2026 steigt die gesetzliche Rente bundesweit um 4,24 Prozent. In NRW fällt das Plus für viele wegen niedriger Renten in Euro kleiner aus.
Zum 1. Juli 2026 erhalten rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland mehr Geld: Die gesetzliche Rente steigt um 4,24 Prozent. Das hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) offiziell bekanntgegeben. Die Anpassung wird mit der Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 umgesetzt und gilt bundesweit einheitlich.
Trotz der bundesweit geltenden Rentenerhöhung profitieren viele Rentnerinnen und Rentner in Nordrhein-Westfalen davon nur eingeschränkt – denn die Erhöhung wirkt prozentual, nicht absolut. Wer ein Leben lang im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, hat weniger Rentenpunkte gesammelt und bezieht entsprechend eine geringere Rente. Ein Plus von 4,24 Prozent auf eine niedrige Rente bleibt in Euro gerechnet spürbar kleiner als dasselbe Plus auf eine höhere Rente. NRW ist traditionell in Folge des Strukturwandels ein Bundesland mit einem vergleichsweise hohen Anteil an Beschäftigten im Niedriglohnbereich – etwa im Einzelhandel, in der Logistik, im Reinigungsgewerbe oder in der Pflege. Wer dort jahrzehntelang gearbeitet hat, muss im Alter oft trotz Rentenerhöhung mit wenig auskommen.
Mehr Geld ab Juli 2026: Rentenwert klettert auf 42,52 Euro
Konkret steigt durch die Anpassung der aktuelle Rentenwert – also der Wert eines sogenannten Rentenpunkts – von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Wer aktuell eine monatliche Rente von 1.000 Euro bezieht, erhält ab Juli 1.042,40 Euro; bei einer bisherigen Rente von 1.500 Euro sind es künftig 1.563,60 Euro brutto. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Erhöhung damit stärker aus: 2025 hatte die Rentenanpassung 3,74 Prozent betragen. Eine Tabelle zeigt, wie sich die Rentenerhöhung auf die Bruttorente auswirken könnte:
| Bisherige Bruttorente | Bruttorente nach der Erhöhung | Differenz |
| 400 Euro | 416,96 Euro | +16,96 Euro |
| 500 Euro | 521,20 Euro | +21,20 Euro |
| 600 Euro | 625,44 Euro | +25,44 Euro |
| 700 Euro | 729,68 Euro | +29,68 Euro |
| 800 Euro | 833,92 Euro | +33,92 Euro |
| 1.000 Euro | 1.042,40 Euro | +42,40 Euro |
| 1.200 Euro | 1.250,88 Euro | +50,88 Euro |
| 1.400 Euro | 1.459,36 Euro | +59,36 Euro |
| 1.600 Euro | 1.667,84 Euro | +67,84 Euro |
| 1.800 Euro | 1.876,32 Euro | +76,32 Euro |
| 2.000 Euro | 2.084,80 Euro | +84,80 Euro |
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Die Erhöhung fällt deutlich höher aus als ursprünglich erwartet. Modellrechnungen im Rentenversicherungsbericht hatten zunächst eine Steigerung von etwa 3,73 Prozent prognostiziert. Ausschlaggebend für das stärkere Plus ist die vom Statistischen Bundesamt berechnete Lohnentwicklung von 4,25 Prozent – denn die Rentenanpassung orientiert sich maßgeblich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter in Deutschland. Nur hat eben nicht jeder in NRW gleichermaßen etwas davon.
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