Kanzler am Tiefpunkt

Umfrage-Desaster setzt sich fort: Merz in neuem Ranking erstmals auf dem letzten Platz

Friedrich Merz befindet sich in Umfragen im freien Fall. Der schleichende Verfall seiner Beliebtheit hat nun einen historischen Tiefpunkt erreicht.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Ende April 2026 einen historischen Tiefpunkt erreicht. Im aktuellen INSA-Politikerranking für die Bild landet der CDU-Vorsitzende erstmals auf dem letzten Platz. Doch der Absturz kam nicht plötzlich. Das ZDF-„Politbarometer“ dokumentiert eine kontinuierliche Entwicklung – von ersten Warnsignalen im März bis zum Rekordtief im April.

Kanzler Merz landet im INSA-Politikerranking erstmals auf dem letzten Platz.

Den vorläufigen Schlusspunkt der Entwicklung setzt das INSA-Politikerranking für die Bild vom 28. April 2026. Merz landet erstmals auf dem letzten Platz. Er erreicht nur noch 28,9 Punkte und rutscht von Rang 18 auf Platz 20 ab. Die Einzelbewertungen machen das Ausmaß der Ablehnung deutlich. Nur 10 Prozent der Befragten bewerten Merz positiv, also mit 8 bis 10 Punkten. Dagegen vergeben 58 Prozent eine negative Bewertung von 0 bis 4 Punkten.

Kanzler Merz in neuestem INSA-Politikerranking erstmals auf dem letzten Platz

Besonders heikel für den Kanzler: Der Absturz zeigt sich auch im eigenen politischen Lager. Selbst bei CDU/CSU-Wählern reicht es für Merz nur noch für Platz 5 mit 55,1 Punkten. Vor ihm liegen CSU-Chef Markus Söder mit 63,6 Punkten, Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 59,9 Punkten, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit 57,1 Punkten sowie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit 56,1 Punkten.

Während Merz verliert, legen andere Unionspolitiker zu. Dobrindt verbessert sich von Platz 8 auf Rang 6. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann klettert von Rang 12 in die Top Ten auf Platz 9. Für die Union ergibt sich damit ein gespaltenes Bild: Die konservativen Profilträger gewinnen an Zustimmung, während der Parteichef selbst weiter verliert.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Nina Warken
Linnemann
Steffen Bilger
Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Dauerschlusslicht Spahn gibt Rote Laterne an Merz ab

Eine Pointe liefert das Ranking zusätzlich: Unions-Fraktionschef Jens Spahn, zuletzt Dauerschlusslicht, verbessert sich leicht auf Platz 19 – ausgerechnet auf Kosten des Parteichefs. An der Spitze bleibt Pistorius unangefochten. Im INSA-Ranking führt er auf Platz 1, gefolgt von Cem Özdemir (Grüne) und Wüst. Für das INSA-Ranking befragte das Institut 2.010 Menschen in Deutschland im Zeitraum vom 24. bis 27. April 2026.

Top 5 im INSA-Politikerranking

  1. Boris Pistorius (SPD): 4,9
  2. Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen): 4,1
  3. Hendrik Wüst (CDU): 4,1
  4. Markus Söder (CSU): 4,0
  5. Wolfgang Kubicki (FDP): 3,9

Erste deutliche Risse im Ansehen des Kanzlers zeigte bereits das ZDF-„Politbarometer“ vom 27. März 2026. Damals bescheinigten 57 Prozent der Befragten Merz schlechte Arbeit. Nur 38 Prozent bewerteten seine Leistung als gut. Im Ranking der beliebtesten Politikerinnen und Politiker belegte er Platz 5 mit einem Durchschnittswert von minus 0,5 auf der Skala von +5 bis -5.

Beliebtheit von Merz sinkt in Umfragen kontinuierlich

Drei Wochen später hatte sich die Lage weiter verschlechtert. Das ZDF-„Politbarometer“ vom 17. April 2026 verzeichnete neue Tiefstwerte – sowohl für den Kanzler als auch für die Regierung insgesamt. Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung fiel von 34 Prozent im März auf nur noch 27 Prozent. 63 Prozent der Befragten stellten ihr ein schlechtes Zeugnis aus.

Noch deutlicher fiel der Rückgang bei Merz persönlich aus. 65 Prozent bescheinigten ihm schlechte Arbeit – acht Prozentpunkte mehr als noch im März. Nur noch 30 Prozent bewerteten seine Leistung als gut, und das mehrheitlich nur unter den Anhängern der CDU/CSU. Im „Politbarometer“-Ranking rutschte Merz von Platz 5 auf Platz 8 ab. Sein Durchschnittswert verschlechterte sich von minus 0,5 auf minus 1,1. Nach Antritt seiner Kanzlerschaft hatte Merz seine Beliebtheit noch etwas steigern können. (Quellen: INSA-Politikerranking vom 28. April 2026, ZDF-„Politbarometer“ (mt)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare