YouGov-„Sonntagsfrage“
Absturz für die Union: CDU/CSU auf tiefstem Stand seit 2021 – AfD dominiert in Umfrage
79 Prozent sind laut einer aktuellen Umfrage mit der Regierungsarbeit von Schwarz-Rot unzufrieden – die AfD zieht davon.
Laut der aktuellen „Sonntagsfrage“ des Meinungsforschungsinstituts YouGov ist die AfD derzeit die – zumindest in Umfragen – stärkste politische Kraft in Deutschland. Mit 27 Prozent der Stimmen liegt die Partei einen Prozentpunkt über ihrem Vormonatswert und übernimmt damit zum ersten Mal seit September 2025 die Führung in der Wählergunst.
Während die AfD zulegt, verzeichnen die Parteien der schwarz-roten Bundesregierung massive Verluste. Besonders hart trifft es die Union aus CDU und CSU: Sie verliert im Vergleich zum März drei Prozentpunkte und sackt auf 23 Prozent ab. Dies ist der niedrigste Wert, den YouGov für die Union seit Dezember 2021 gemessen hat.
Aktuelle Umfrage: Historisches Tief für die Union – SPD stagniert, FDP bangt
Auch der Koalitionspartner SPD kann nicht von der Schwäche der Union profitieren. Die Sozialdemokraten kommen im April nur noch auf 13 Prozent – ein Minus von einem Prozentpunkt. Damit nähert sich die SPD ihrem historischen Tiefstand von Dezember 2019 an.
Leichte Zugewinne verzeichnen hingegen die Parteien im Oppositionslager links der Mitte. Sowohl die Grünen (14 Prozent) als auch die Linke (10 Prozent) konnten jeweils einen Prozentpunkt hinzugewinnen.
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel




Kritisch bleibt die Lage für die kleineren Parteien: Die FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) liegen bei jeweils 4 Prozent. Trotz eines leichten Zuwachses von einem Prozentpunkt würden beide Parteien damit aktuell den Einzug in den Bundestag verpassen. Rund 5 Prozent der Wähler gaben an, ihre Stimme „sonstigen Parteien“ geben zu wollen.
Die aktuellen Daten der Umfrage im Überblick:
| Partei | Umfrage-Ergebnis |
|---|---|
| AfD | 27 % |
| CDU/CSU | 23 % |
| Grüne | 14 % |
| SPD | 13 % |
| Linke | 10 % |
| BSW | 4 % |
| FDP | 4 % |
| Sonstige | 5 % |
Hinweis zu den Umfragen
Jüngste Umfrage von YouGov: Methodik und Einordnung
Für die repräsentative Erhebung befragte YouGov zwischen dem 10. und 13. April 2026 insgesamt 2178 wahlberechtigte Personen. Davon machten 1763 Teilnehmer konkrete Angaben zu ihrer Wahlabsicht. Das Institut weist darauf hin, dass die Wahlabsicht nach der DSGVO zu den sensiblen personenbezogenen Daten zählt und die Angabe daher freiwillig ist.
Generell gilt: Wahlumfragen sind keine Prognosen für den Wahlausgang, sondern bilden lediglich das aktuelle Meinungsbild ab. Erschwerend für die Institute wirken zudem die nachlassende Parteibindung und der Trend zu immer kurzfristigeren Wahlentscheidungen, was die Gewichtung der Daten erschwert. Dennoch unterstreichen auch andere Institute wie INSA oder Infratest dimap den Trend: Überall liegt die AfD derzeit kopf-an-kopf mit der Union oder knapp davor.
Aktuelle Umfrage: Rekordwerte bei der Regierungsunzufriedenheit
Ganze 79 Prozent der Befragten gaben an, mit der Arbeit des schwarz-roten Kabinetts unzufrieden zu sein. Ein Vergleich der Daten zeigt die Dynamik dieses Stimmungsumschwungs: Bei der ersten Messung nach dem Regierungswechsel im Juni 2025 lag die Unzufriedenheit noch bei moderaten 55 Prozent.
Besonders alarmierend für die Kanzlerpartei CDU: Der Rückhalt unter den eigenen Anhängern bröckelt massiv. Waren im März noch fast die Hälfte der Unionswähler (48 Prozent) mit der Regierungsarbeit zufrieden, sind es im April nur noch 34 Prozent. (Quellen: dpa, YouGov) (frs)
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