Angebot ist knapp

Wohnungssuchende in NRW-Städten – Expertin gibt Tipps für die Suche

In NRW verzweifeln Wohnungssuchende rasch – besonders bei der Jagd nach bezahlbarem Wohnraum in Großstädten. Eine Expertin bietet Hilfestellung, wie die Suche dennoch zum Erfolg führen kann.

Hamm - Der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist angespannt, gerade wenn es um Großstädte wie Köln, Düsseldorf und Münster geht. Zusätzlich steigen die Mietpreise immer weiter. Eine passende Wohnung zu finden, ist nicht einfach. Eine Expertin gibt Tipps, wie die Wohnungssuche in NRW erfolgreich ablaufen kann.

„Leider haben auch wir keine Patentlösung“, klärt Judith Turner, Landesgeschäftsführerin beim Deutschen Mieterbund NRW, im Gespräch mit wa.de auf. Bezahlbarer Wohnraum sei Mangelware. Das Angebot könne der Nachfrage nicht standhalten. Wer eine neue Wohnung sucht, müsse sich auf eine oft sehr lange und intensive Suchphase einstellen. Dennoch gibt Judith Turner Tipps, die bei der Wohnungssuche helfen können.

Wohnungssuche in NRW: Expertin gibt Tipps

Judith Turner empfiehlt, bei der Wohnungssuche möglichst viele Kanäle zu nutzen, „auch abseits von den gängigen Online-Portalen, zum Beispiel über die eigenen, informellen Netzwerke.“ Zudem könne es sich lohnen, direkt bei Wohnungsbaugenossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen anzufragen.

Auch bei einer zu teuren Miete hat Judith Turner einen Tipp: „Auf jeden Fall sollte man seine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen!“ Gemeint sind Betriebs- und Heizkostenabrechnungen. „Aus Gesprächen mit unseren Mietervereinen hören wir immer wieder, dass fast jede 2. Nebenkostenabrechnung Fehler erhält“, berichtet die Expertin. „Häufige Fehler sind zum Beispiel fehlerhafte Verteilerschlüssel und nicht umlagefähige Kostenarten.“

Achtung bei unseriösen Immobilienanzeigen – Verbraucherzentrale klärt auf

Die Verbraucherzentrale gibt außerdem Tipps, um unseriöse Immobilienanzeigen im Internet zu entlarven. Denn: Nicht selten nutzen Betrüger falsche Anzeigen, um Daten oder Geld von den Wohnungssuchenden zu erbeuten. Ein Hinweis auf betrügerische Anzeigen sind häufig Schnäppchenpreise und Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Aber auch bei diesen Angaben in Immobilienangeboten sollte man stutzig werden:

  • Vorkasse: Die Kaution sollten Mieter vor Unterzeichnung des Mietvertrags nicht überweisen. Üblicherweise wird die Kaution nämlich erst zu dem Zeitpunkt fällig, an dem das Mietverhältnis beginnt. Auch um an einer Wohnungsbesichtigung überhaupt teilnehmen zu dürfen, solle man nichts zahlen müssen.
  • Personalausweis: Sollte in einer Immobilienanzeige eine Kopie des Personalausweises gefordert werden, besser Finger weg. Mit der Nummer könnten Betrüger die Identität für illegale Geschäfte nutzen.
  • Widerspruch bei Bildern und Anzeigentext: Entsprechen die Fotos der Wohnung nicht den Angaben im Anzeigentext, ist Vorsicht geboten. Auch sollte man skeptisch werden, wenn die Anzeigenbilder wie aus dem Prospekt aussehen.
  • Fehlende Angaben: Normalerweise werden die Höhe der Kalt- und Warmmiete sowie der Energieausweis angegeben. Auch lohnt sich ein Blick auf die Website des Anbieters der gesuchten Immobilie. Fehlen dort Ansprechpartner und Impressum, ist das meist ein Zeichen für ein unseriöses Angebot.

Ein wichtiger Faktor auf dem Wohnungsmarkt in NRW ist zudem die Mietpreisbremse. Wie die Landesregierung erklärt, dürfen Vermieter bei neu abgeschlossenen Mietverträgen nur 10 Prozent mehr Miete als im ortsüblichen Vergleich verlangen. Die Mietpreisbremse gilt bundesweit bis Ende 2029. Durch diese Regelung sollen die Mietpreise langsamer ansteigen. Dennoch scheinen die Mieten in Großstädten zu explodieren.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Future Image / mm images / Figge / Montage: wa.de

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