Kleine Anfrage der Linken
Mietpreise in NRW höher als jemals zuvor – an welchen Orten es besonders teuer ist
Auch vor Nordrhein-Westfalen machen immer weiter steigende Mietpreise nicht halt. Es trifft vor allem die Großstädte.
Hamm – Die Mieten in Nordrhein-Westfalen steigen seit Jahren an – in manchen Städten und Kreisen mehr als in anderen. Dass dabei besonders die Großstädte oft den Kürzeren ziehen, dürfte für viele keine Überraschung sein. Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zeigt, wo die Mieten in den letzten zehn Jahren am stärksten angestiegen sind und wo es allgemein am teuersten ist. Die Zahlen liegen wa.de vor.
Ganz oben auf der Liste steht die Stadt Köln. Dort zahlten die Menschen 2024 im Schnitt 14,15 Euro pro Quadratmeter für erst- und wiedervermietete Wohnungen. Und auch im Vergleich zu 2014 ist der Sprung groß: Um 52,7 Prozent sind die Nettokalt-Mieten demnach angestiegen, waren es vor zehn Jahren doch noch 9,26 Euro. Aber auch in Münster (13,81 Euro), Düsseldorf (12,99 Euro) und Bonn (12,22 Euro) zahlten die Menschen 2024 im Schnitt ordentlich Miete. In Bonn und Düsseldorf haben sich die Preise im Vergleich zu 2014 fast verdoppelt. In Münster ist die Steigerung mit 62,6 Prozent sogar noch größer.
In einem Landkreis stiegen die Mietpreise um über 70 Prozent
Auch in einigen Landkreisen bewegen sich die Zahlen im zweistelligen Bereich: Im Rhein-Kreis Neuss (10,53 Euro), im Rhein-Erft-Kreis (10,77 Euro) und im Rheinisch-Bergischen Kreis (10,57 Euro) sind die Mieten ebenfalls recht hoch. Den größten Ausreißer in Sachen Mietanstieg verzeichnet aber der Kreis Coesfeld: Im Vergleich zu 2014 (5,72 Euro) machten die Preise in den vergangenen zehn Jahren einen Sprung von ganzen 74,2 Prozent (9,95 Euro).
Die Zahlen basieren auf „Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen“, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort mitteilt. Diese seien nicht repräsentativ für das gesamte Wohnungsangebot in NRW. Es wurden also nur solche Wohnungen beachtet, die im Internet zu finden sind. „Zur Standardaufbereitung bis auf die Ebene der Kreise erfolgte eine Eingrenzung der betrachteten Wohnungen auf unmöblierte Angebote mit Wohnflächen von 40 bis 100 Quadratmeter mit mittlerer Wohnungsausstattung in mittlerer bis guter Wohnlage“, heißt es zudem.
Das sind die zehn größten Städte in Nordrhein-Westfalen




Die Linksfraktion sieht dringenden Handlunsbedarf: „Wir brauchen Regeln, die Spekulation unattraktiv machen, und einen Wohnungssektor, der Gemeinwohl vor Rendite stellt. Deshalb fordern wir: mehr gemeinnützigen und dauerhaft gebundenen Wohnraum, ein konsequentes Verbot der Zweckentfremdung, eine Leerstandsabgabe von 10 Euro pro Quadratmeter, die Spekulation unattraktiv macht, und einen bundesweiten Mietendeckel“, sagt Kathrin Gebel, stellvertretende
Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag.
In NRW steigen die Mieten mit dem Wohngeld. Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) und der Mieterbund äußern einen Verdacht. Vermieter weisen diesen zurück.
Rubriklistenbild: © IMAGO / wolterfoto
