Alte Weisheit eingeordnet
Bauernregel mit düsterer Prognose: Muss NRW die Regenjacke bereithalten?
Eine alte Bauernregel skizziert düstere Aussichten für den Juli. Doch was ist dran? Ist die Regel überhaupt belastbar? Die kommenden Tage geben eine erste Tendenz.
Ein Tiefausläufer streift Nordrhein-Westfalen, und das ausgerechnet mitten im Juli. Doch ist das wegen einer alten Bauernweisheit so oder meteorologischer Zufall? Es ist erst wenige Tage her, dass der Kalender auf Juli umgeblättert hat – und schon macht eine alte Bauernregel die Runde: „Wenn der Juli fängt zu tröpfeln an, so wird man lange Regen han.“ Klingt düster. Und tatsächlich bringt das erste Juli-Wochenende in NRW genau das: erste Regentropfen, wechselhaftes Wetter, dazu böiger Wind aus Nordwest.
Bauernregeln sind nicht unbedingt Märchen, wie manche annehmen – sie sind teils das Ergebnis jahrhundertelanger Beobachtungen. Die Regel über den Juli-Regen basiert auf einem meteorologischen Prinzip, das bis heute gilt: Großwetterlagen im Sommer sind träge. Einmal etabliert, halten sie oft wochenlang an. Wer je einen verregneten August erlebt hat, der schon im Juli begann grau zu werden, weiß, wovon die Bauern sprachen. So etablierten sich bekannte Weisheiten etwa zum Siebenschläfertag, den wohl jeder kennt. Heißt das, der Juli wird nun nass? Noch ist es zu früh, das endgültig zu sagen. Aber der Start gibt zumindest zu denken.
Das Wetter in NRW: Tröpfelt es wirklich?
Der Freitag, 3. Juli, ist noch heiter bis wolkig, und der Regen lässt sich nicht blicken. Die Temperaturen klettern auf 21 bis 26 Grad, im Rothaargebirge bleibt es mit rund 18 Grad kühler. Der Wind weht mäßig aus Nordwest – im äußersten Nordosten NRWs sind tagsüber allerdings bereits starke Böen möglich, so berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Kein Sommertag zum Vergessen, aber auch noch kein Grund zur Klage.
Samstag wird es interessant. Ein Tiefausläufer zieht von Norden her über den Vorhersagebereich. Im Südwesten bleibt es heiter und trocken, im Nordosten hingegen ziehen Wolken auf, und es kann zeitweise leicht regnen. Die Temperaturen sind dabei gar nicht schlecht – zwischen 24 und 28 Grad, im Hochsauerland rund 20 Grad.
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Das eigentliche Thema des Tages ist aber der Wind: Mäßige bis vereinzelt stark böige Winde aus West bis Nordwest, Böen bis 55 km/h (Bft 7) sind möglich. Wer am Samstag ein Gartenfest plant oder an die Seen fahren möchte, sollte das im Hinterkopf behalten.
Der Sonntag bringt wechselnde Bewölkung und örtliche Schauer – nachmittags lässt der Niederschlag aber nach. Die Temperaturen steigen auf angenehme 24 bis 27 Grad, der Wind weht weiter böig aus West bis Nordwest. Kein perfekter Sommersonntag, aber durchaus brauchbar – vor allem in der zweiten Tageshälfte.
Das wechselhafte Muster hält sich zu Beginn der neuen Woche
Auch zu Beginn der neuen Woche hält sich das wechselhafte Muster: Am Montag ist der Nordosten NRWs erneut von Regen betroffen, die Höchstwerte liegen bei 23 bis 27 Grad. Am Dienstag setzt sich dieses Schema zunächst fort – in der Nordosthälfte bleibt es feucht.
Dass es so wechselhaft zugeht, hat einen klaren Grund: Eine nordwestliche Strömung führt warme Meeresluft vom Atlantik nach NRW. Das klingt erstmal gut – und ist es für die Temperaturen auch. Doch dieselbe Strömung transportiert gleichzeitig Feuchtigkeit und macht NRW anfällig für Tiefausläufer, die von der Nordsee hereinschwenken, klärt der DWD auf.
Der Hochdruckeinfluss nimmt laut Vorhersage grundsätzlich zu – das gibt Hoffnung für stabilere Phasen in der zweiten Julihälfte. Aber von einem verlässlichen Hochsommer ist man derzeit noch ein gutes Stück entfernt.
Also bewahrheitet sich die Regel? Stand jetzt: teilweise. Der Juli beginnt in NRW tatsächlich mit ersten Tropfen – zumindest im Norden und Nordosten. Von einem dauerhaft verregneten Monat kann aber noch keine Rede sein, zumal noch wenige Tage vor Beginn des Julis eine Hitzewelle NRW den Atem raubte. Die Temperaturen sind eigentlich ordentlich, der Niederschlag noch nicht flächendeckend und nicht enorm. Es gilt also: Abwarten und Tee trinken.
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