Wettermodelle
Droht NRW schon die nächste Hitzewelle? Experten sind sich uneinig – erste Vorhersage für den Juli
Die Juni-Hitze ist kaum vorbei, da warnt der nächste Experte bereits vor einer erneuten Hitzewelle ab Mitte Juli. Doch ein anderer Meteorologe bremst ihn aus.
Die Erinnerung an die extreme Hitze der vergangenen Wochen ist noch frisch. Frisch ist es aber dennoch nicht, die Temperaturen bleiben relativ hoch – und schon kursieren die nächsten Prognosen, die eine weitere Hitzewelle prophezeien. Droht Nordrhein-Westfalen im Juli erneut eine Hitzewelle? Zwei Experten liefern derzeit sehr unterschiedliche Einschätzungen.
Niklas Weise vom Wetterdienst wetteronline dämpft im Gespräch mit wa.de vorerst die Erwartungen. Die aktuellen Vorhersagen müsse man „entschärfen“, so der Meteorologe – sie seien schlicht „noch unsicher“. Konkret schwanke die Vorhersage „sehr stark zwischen 25 und 35 Grad“. Eine solch große Spanne macht deutlich, wie wenig verlässlich die Modelle derzeit sind.
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Für Mitte Juli rechnet Weise zwar damit, dass es „wieder etwas wärmer“ werden könnte – aber nur „geringfügig wärmer“. Die Werte würden stark schwanken, betont der Experte. Solche Prognosen, so sein Fazit, müsse man grundsätzlich „mit Vorsicht genießen“.
Während Weise zur Zurückhaltung mahnt, schlägt Wetter-Kolumnist Dominik Jung deutlich alarmierendere Töne an. „Kaum ist die historische Juni-Hitze vorbei, deuten aktuelle Wettermodelle bereits die nächste extreme Hitzewelle an“, schreibt Jung. Nach einer kurzen Verschnaufpause Anfang Juli mit einem Temperatursturz von bis zu 12 Grad und Werten zwischen 20 und 25 Grad könnten die Temperaturen ab dem 10. bis 12. Juli „wieder massiv nach oben“ drehen. Die Kontrollläufe berechnen laut Jung „Temperaturabweichungen von 2 bis 4 Grad über dem Durchschnitt, im Süden und Westen sogar noch mehr“.
Dahinter stecke ein „atmosphärisches Grundmuster, das sich in diesem Sommer hartnäckig hält“: ein kräftiges Hochdruckgebiet, das sich immer wieder über Mitteleuropa festsetzt und heiße Luftmassen aus Nordafrika nach Norden pumpt. Besonders brisant: Die 28-Tage-Vorhersage des europäischen Wettermodells zeige „für die Woche vom 20. bis 27. Juli weiterhin klar überdurchschnittliche Temperaturen über weiten Teilen Europas. Das Grundmuster bricht einfach nicht zusammen.“
Die entscheidende Frage lautet: Wiederholt sich das Szenario des Juni, als eine sogenannte Omega-Lage – ein blockierendes Hochdrucksystem – die Hitze tagelang wie unter einem Topfdeckel über Deutschland einschloss und zu historischen Temperaturen von bis zu 42 Grad führte? Jung zufolge hängt das von der „genauen Positionierung des Hochs“ ab. Klar sei jedoch schon jetzt: „Die Wahrscheinlichkeit für erneute Hitzetage über 30 Grad und Wüstentage über 35 Grad ab Mitte Juli steigt massiv an.“
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Die saisonalen Prognosen von ECMWF und NOAA sind sich laut Jung einig, dass der Juli 2026 insgesamt „deutlich zu warm und zu trocken ausfallen wird“ – der Monat werde in den Berechnungen sogar „als das Wärmemaximum des gesamten Sommers gehandelt“.
Die Lage bleibt unübersichtlich. Während Dominik Jung auf Basis der aktuellen Wettermodelle bereits eine neue Hitzewelle ab Mitte Juli für wahrscheinlich hält, mahnt Niklas Weise von wetteronline zur Geduld. Für NRW gilt damit vorerst: Die Entwicklung der kommenden Tage genau beobachten – und nicht auf den 10-Tage-Trend verlassen.
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