Typisches Kangal-„Problem“

Junge Hündin braucht dringend ein Zuhause – „Im Tierheim leidet sie“

Aleta aus dem Tierheim Bonn: Eine kluge Hündin, die unter dem Tierheimalltag leidet.
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Diese Hündin wünscht sich dringend ein ruhiges Zuhause: Aleta leidet im Tierheim, ihr fehlen Zuwendung und Training, alles ist zu laut – sie braucht Hilfe.

Bonn – Aleta ist ein typischer Kangal. Wie so vielen ihrer Artgenossen wird ihr das zum Verhängnis. Einerseits ist sie ein großer Dickkopf und versucht, mit den Menschen alles auszudiskutieren. Andererseits braucht sie dringend eine Aufgabe, um den Herdenschutzhund rauslassen zu dürfen. Im Tierheim funktioniert beides nicht gut.

Kangalhündin leidet schon seit einem Jahr im Tierheim

Die Kangalhündin ist mittlerweile schon seit einem Jahr im Tierheim Bonn. Als Sicherstellung kam sie gemeinsam mit Attila zu den Tierschützern. Der, ebenfalls ein Kangal, konnte schon vermittelt werden: zu hundeerfahrenen Menschen mit großem Garten, den er bewachen darf.

Aleta aus dem Tierheim Bonn ist Menschen gegenüber freundlich und aufgeschlossen.

Ungefähr sowas sucht auch Aleta. Die fast drei Jahre alte Hündin wird so langsam „zum jugendlichen Rüpel“, schreibt das Tierheim Bonn. Sie merkt nun, dass sie vielen Menschen und Artgenossen körperlich deutlich überlegen ist und lässt das auch raus. Zum Glück hat sie wenigstens Klößchen, einen Dogo-Argentino-Mix, mit dem sie sich einen Auslauf teilen kann.

Noch ist Training möglich: Aleta ist noch nicht einmal ausgewachsen

Optimal ist das für Aleta aber nicht. Ihr ist es im Tierheim zu voll, zu laut, es gibt zu wenig Rückzugsmöglichkeiten und zu wenig Ansprache. „Im Tierheim leidet sie“, schreiben die Verantwortlichen auf Facebook. „Aus Langeweile zerstört sie, was sie finden kann.“ Doch der Zug ist noch nicht abgefahren: Noch ist Aleta nicht ausgewachsen und mit Training kann sie lernen, sich auf ihren Menschen zu konzentrieren, kann Aufgaben übernehmen und sich in die Menschenwelt einfügen.

Aleta aus dem Tierheim Bonn mit ihrem Kumpel Klößchen

Das Training ist dringend nötig. Denn Aleta bockt beim Spazierengehen, jagt Kaninchen hinterher und will sowieso oft ihren Kangal-Dickkopf durchsetzen. Da muss ihr klargemacht werden, dass das nicht funktioniert: „Aleta muss lernen, dass sie nicht verantwortlich ist, sondern, ganz im Gegenteil, dass der Mensch am anderen Ende der Leine die Führung übernimmt und die Dinge regelt“, heißt es auf der Tierheim-Website. Menschen mit Herdenschutzhund-Erfahrung und Kraft für das 47-Kilo-Powerpaket werden gesucht.

Auch bei Hundebegegnungen geht Aleta meist nach vorne, vor allem bei Hündinnen – „Rüden werden klar bevorzugt“, schreibt das Tierheim. Menschen gegenüber ist sie aber freundlich und offen, auch bei Fremden. Sie hätte es so gern ländlich, ruhig, sicher, will aus dem trubeligen Tierheim-Alltag weg.

Kangals: Anschaffungen nehmen zu, obwohl Menschen überfordert sind

Mit Kangals, einer der beliebtesten Herdenschutzhund-Rasse, haben Menschen oft Probleme. Gerade in der Stadt kommen die Tiere nicht zurecht. Sie sind, wie der Name schon sagt, dafür gezüchtet, eine Herde zu beschützen – oder wenigstens ein Grundstück. Daher ist auch ihr Trieb, etwa ihre Menschen vor anderen oder auch vor Artgenossen zu schützen, besonders stark ausgeprägt. In der städtischen Menschenwelt funktioniert das nur selten.

Trotzdem schaffen sich viele einen Kangal an, manchmal auch als Statussymbol. Auch das Tierheim Bonn schreibt: „Immer mehr Menschen schaffen sich Herdenschutzhunde an, ohne ihren wahren Bedürfnissen gerecht zu werden.“ So war es auch bei Chopper, der im Tierheim Duisburg noch immer auf ein Zuhause wartet – er ist mit seinem Menschenwelt-Training schon weit gekommen.

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