Einer der „Unvermittelbaren“
Chopper will niemand: Ein Kangal, den „Kangal-Fans“ übersehen
Chopper entspricht nicht dem Standard-Kangal. Der Rüde des Tierheims Duisburg hofft auf ein Zuhause mit Verständnis und Garten.
Duisburg - Chopper hat den treuen Hundeblick perfektioniert. So scheint es auf den Fotos des Tierheim Duisburg, wo der Kangalrüde auf sein neues Zuhause sucht.
Chopper sucht Liebe: Ein Kangal, den „Kangal-Fans“ missachten
Er gehört hier zu den „Unvermittelbaren“, denn er wartet schon seit fast drei Jahren auf ein neues Zuhause. Für einen Kangal ist Chopper ganz schön „sportlich“, wie Hundepflegerin Anna Koltermann aus dem Tierschutzzentrum es nennt. Zu sportlich für viele: „Kangal-Fans finden ihn mit seinen 45 Kilo zu schlank und zu klein“, sagt sie im Gespräch mit wa.de.
Dabei sei er „total beliebt auf Social Media, sahnt bei Spendenaktionen am meisten ab“. Er sei ein absoluter Liebling, auch weil er Menschen toll finde. Chopper sei aufgeschlossen, freundlich, verschmust und verspielt, wie es auf der Website heißt. Doch bisher hat es nie für eine Vermittlung gereicht.
Die Light-Version vom Kangal
Als Kangal bringt er besondere, rassebedingte Voraussetzungen mit sich. Die türkischen Hirtenhunde sind darauf ausgelegt, ihr Territorium zu bewachen. Darum benötigen sie viel Platz, am besten ein großes Grundstück oder sogar einen Bauernhof - und meistens eher keine Mietwohnung in der Stadt.
Chopper ist die Light-Version davon: „Sein Wachinstinkt ist nicht sehr ausgeprägt“, heißt es auf der Tierheim-Website, „und wenn seine Bezugspersonen dabei sind, lässt er sogar Fremde in sein Territorium“. „Aber er guckt gerne, beobachtet, hält Ausschau, ist super gerne draußen“, sagt Anna Koltermann. Eine Mietwohnung mit großem Außenbereich ginge bei Chopper also schon. Seine Ohren wurden kupiert, er hört aber problemlos.
Chopper kann sogar im Restaurant einkehren
Er kenne auch die Grundkommandos, „entscheidet aber hin und wieder selbst, ob er sie umsetzen möchte oder nicht.“ Geduld und liebevolle Führung wirken da laut Tierheim Wunder. Und: Chopper kann sogar schon mit in Restaurants und schläft dort schon mal ein, wenn seine Bezugsperson einen Kaffee im Duisburger Hafen trinkt.
Drinnen sei er sowieso ruhig, schlage auch nicht bei jedem Geräusch im Hausflur an und schlafe viel. Draußen wird getobt, gebuddelt, geflitzt und gespielt. „Für mich ein absolutes Verkaufskriterium“, sagt Anna Koltermann und kann nicht verstehen, wieso Chopper noch niemanden gefunden hat.
Ein Vorzeigehund - bis ein anderer Hund vorbeikommt
Er scheint eigentlich ein Vorzeigehund zu sein - nur nicht, wenn ein anderer Hund vorbei kommt. Dann springe er bellend in die Leine und gehe schon mal aus Frust gegen das andere Ende. Draußen brauche er darum einen Maulkorb, sagt Koltermann. Gut möglich, dass er das im neuen Zuhause aber irgendwann ablegen könnte.
Chopper wurde auch beim Sondertermin „Date our Dogs“ im Tierheim Duisburg vorgestellt. Hier ging es um „Die Unvermittelbaren“, die, die schon seit Ewigkeiten warten. Dabei war auch Rüde Purple, der jemanden sucht, der ihm sein Misstrauen nehmen kann. Beim nächsten „Date our Dogs“, im April, ist wieder eine ganz besondere Hundegruppe dran.


