Schon im Juli

Hitzetote in NRW: Alarmierende Zahl übertrifft Vorjahr um ein Vielfaches

In diesem Jahr sind schon mehr Menschen an den Folgen von Hitze gestorben, als im ganzen letzten Jahr zusammen – und das, obwohl der Sommer noch längst nicht vorbei ist.

Noch bevor der Sommer zur Hälfte vorbei ist, hat die Hitze in Nordrhein-Westfalen bereits deutlich mehr Menschenleben gefordert als im gesamten Vorjahr. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass bis Ende Juni 2026 rund 1.230 Menschen in NRW infolge extremer Temperaturen gestorben sind – ein alarmierender Wert.

Zum Vergleich: Für das gesamte Jahr 2025 hatte das RKI für NRW lediglich 310 hitzebedingte Todesfälle erfasst. Die aktuellen Schätzungen übertreffen diesen Wert damit um ein Vielfaches. Aufgrund von Nachmeldungen können sich die Zahlen der vergangenen neun Wochen laut RKI noch verändern. Die Spanne der Schätzungen für NRW reicht von 900 bis 1.560 Sterbefällen.

Auch deutschlandweit sind Zahlen deutlich

Auch auf nationaler Ebene sind die Zahlen erschreckend: Dem RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität zufolge starben bundesweit seit Sommerbeginn bis Ende Juni rund 5.120 Menschen an den Folgen der Hitze. Im Jahr 2025 lag diese Zahl noch bei 2.600 – also knapp halb so hoch. Grundlage der Auswertung sind Daten des Statistischen Bundesamtes sowie des Deutschen Wetterdienstes.

Einen direkten Nachweis, dass ein Todesfall auf Hitze zurückzuführen ist, gibt es in den meisten Fällen nicht. Verschiedene Experten weisen darauf hin, dass besonders bei Menschen mit Vorerkrankungen oder in hohem Alter ein eindeutiger Zusammenhang kaum belegbar ist. Hinzu kommt: In Todesbescheinigungen wird Hitze nicht als offizielle Todesursache eingetragen. Das tatsächliche Ausmaß lässt sich daher ausschließlich über statistische Verfahren annähern.

Die nächste Hitzewelle könnte schon bald bevorstehen: Nach einer kurzen Verschnaufpause wird es wieder spürbar wärmer in NRW. Meteorologen geben eine Prognose ab.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Joerg Boethling

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