Intensität noch unklar

„Wird auch zu uns kommen“: Meteorologen geben Hitzewellen-Prognose ab

Nach einer kurzen Verschnaufpause wird es wieder spürbar wärmer in NRW. Kommt die nächste Hitzewelle? Meteorologen geben eine Prognose ab.

Nordrhein-Westfalen erlebt dieser Tage noch wechselhaftes Sommerwetter – doch das könnte sich schon bald ändern. Neue Hitze bahnt sich ihren Weg aus Westeuropa nach Deutschland. Ob es am Ende wieder eine Hitzewelle wird, ist noch unklar. Sicher ist aber: Auch in NRW wird es in dieser Woche wieder spürbar wärmer.

Für Ende der Woche sind in NRW Temperaturen von über 30 Grad vorhergesagt. Droht die nächste Hitzewelle? (Symbolbild)

Zum Beginn der Woche sorgen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ein Tiefdruckkomplex bei Skandinavien und ein Hoch mit Schwerpunkt über Südwesteuropa für sehr warme Meeresluft aus nordwestlicher Richtung in NRW. Am Mittwoch, 8. Juli, wird das Wetter noch wechselhaft sein: Im Norden bringt zeitweiser Regen Abkühlung, die Temperaturen erreichen lediglich 21 bis 26 Grad – in den Hochlagen sogar nur um 18 Grad. Starke Böen von bis zu 60 km/h aus Nordwesten prägen das Bild.

Neue Hitzewelle? Was der DWD für NRW vorhersagt

Doch das ist nur eine Verschnaufpause. „In Westeuropa baut sich eine große Hitzewelle auf, die Ende dieser Woche auch zu uns kommen wird“, erklärte Meteorologe Jan Schenk von The Weather Channel am Montag. In Bordeaux und Toulouse werden in dieser Woche bis zu 44 Grad erwartet, am Fuße der Pyrenäen sollen es am Wochenende sogar 46 Grad werden.

Laut der aktuellen DWD-Vorhersage für Nordrhein-Westfalen (Stand 7. Juli) wird es ab Donnerstag spürbar wärmer. Dann soll es meist heiter bis gering bewölkt und niederschlagsfrei sein, die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 28 Grad – im Hochsauerland um 21 Grad. Am Freitag dann der nächste Schritt: Die Temperaturen klettern auf 27 bis 31 Grad, im Hochsauerland um 24 Grad.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Für das darauffolgende Wochenende nimmt die Unsicherheit zu – doch die Richtung ist klar. DWD-Meteorologe Nico Bauer: „In der zweiten Wochenhälfte strömen (...) zunehmend sehr heiße Luftmassen von Südwesten nach Deutschland.“ Im Südwesten Deutschlands seien verbreitet Spitzenwerte um 35 Grad zu erwarten. Für Nordrhein-Westfalen gilt: Die Hitzefront kommt – wie weit und wie intensiv, ist noch mit Unsicherheiten behaftet.

Was ist eigentlich eine Hitzewelle?

Doch Achtung: Nicht jeder heiße Sommertag ist bereits eine Hitzewelle – auch wenn er sich so anfühlt. Nach der Definition des Deutschen Wetterdienstes handelt es sich um eine Hitzewelle, wenn die Tagesmaximumtemperaturen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem klimatischen Schwellenwert des jeweiligen Ortes liegen und dabei die Marke von 28 Grad überschreiten.

International ist der Begriff nicht einheitlich definiert – Schwellenwerte und Mindestdauer variieren je nach Land und Methode. Für die gesundheitliche Bewertung spielen laut DWD zudem weitere Faktoren eine Rolle: Luftfeuchtigkeit, Strahlung und Wind. Ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad spricht der DWD von starker Wärmebelastung, ab 38 Grad von extremer Wärmebelastung – Gruppen wie ältere Menschen oder Kranke sind dabei besonders gefährdet.

Ob die bevorstehende Hitzephase die Schwelle zur offiziellen Hitzewelle überschreitet, hängt also nicht nur von einzelnen Spitzenwerten ab, sondern davon, wie lange die heiße Luft anhält. Eine extreme Hitzewelle mit verbreitet neuen Rekordwerten – wie zuletzt Ende Juni 2026 – sei derzeit unwahrscheinlich. „Trotzdem stehen uns vor allem im Südwesten einige sehr heiße Tage bevor“, so Meteorologe Bauer.

Keine Rekordhitze wie Ende Juni – aber trotzdem ernst nehmen

Für NRW bedeutet das: Die Temperaturen steigen in der zweiten Wochenhälfte spürbar an, die 30-Grad-Marke rückt in Reichweite. Wer empfindlich auf Hitze reagiert, sollte sich rechtzeitig vorbereiten – ausreichend trinken, direkte Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden meiden und Wohnräume möglichst kühl halten.

Rubriklistenbild: © Thomas Warnack/dpa

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