Sicherstellung

„Erbarmungsunwürdiger Zustand“: 47 Hunde verwahrlost in Haus zurückgelassen

47 Hunde wurden verwahrlost in einem Haus zurückgelassen. Sie ernährten sich von Tapeten, Teppich und Exkrementen. Die Tierschützer aus Bielefeld eilten zur Hilfe.

Bielefeld - Die Gründe, weshalb Tierschützer Vierbeiner in ihre Obhut nehmen, sind teils erschreckend. In besonders schlimmen Fällen muss das Veterinäramt eingreifen und Tiere, die in besonders schlechten Bedingungen leben, sicherstellen. Nun stehen auch die Tierschützer in Bielefeld vor einer solchen Herausforderung.

„Geruch war bestialisch“: 47 Hunde verwahrlost in Haus zurückgelassen

„Dienstag erreichte uns ein Hilferuf vom Veterinäramt: In einem verlassenen Haus wurden 47 kleine Hunde sichergestellt, die dringend untergebracht werden mussten“, schreibt der Tierschutzverein am Freitag, 21. Februar, in einem Facebook-Posting. Tierheimleiterin Jutta Schaper erklärt auf Nachfrage von wa.de, dass sich die Hunde in einem ländlich gelegenen Haus in Bad Iburg befanden. „Das Veterinäramt Osnabrück ist durch einen Bürger auf die Zustände aufmerksam gemacht worden. Die Hunde waren schon eine Zeit lang unversorgt, sodass sie sich von Tapeten, Teppich und Exkremente ernährt haben“, so die Tierheimleiterin.

47 Hunde wurden verwahrlost in einem Haus zurückgelassen.

Zwei Tierpflegerinnen haben sich daraufhin auf den Weg gemacht, um fünf der fast 50 Vierbeiner abzuholen. Umliegende Tierschutzvereine haben sich um die Aufnahme der weiteren Hunde gekümmert.

„Erbarmungsunwürdiger Zustand“: 47 Hunde sichergestellt

„Eine Bestimmung der Geschlechter vor Ort war unmöglich, an den ausgezerhten Körper der kleinen Mischlinge hingen teils riesige Filzklumpen aus Kot, Urin und Fell. Der Geruch, der von ihrem Fell ausging, war bestialisch“, schreibt der Tierschutzverein. Die Vierbeiner seien mehrere Monate unversorgt gewesen. Die Mischlinge lebten in ihrem Kot und Urin, heißt es. Sie seien stark unterernährt und unbemuskelt. Schaper spricht von einem „erbarmungsunwürdigen Zustand“.

Die fünf neuen Schützlinge wurden mittlerweile alle geschoren. Der Verein erklärt, dass ihr Fell nun teils komplett nackig ist, da sie so stark verfilzt waren. Auch beim Tierarzt wurden die drei Rüden und zwei Hündinnen, die circa zwischen zehn und zwölf Jahre alt sind, vorgestellt. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die wenig verbliebenen Zähne der Vierbeiner in einem „katastrophalen Zustand“ sind. Eine Zahnsanierung erfolge, wenn die Kleinen fit genug für eine OP sind.

Fünf der fast 50 sichergestellten Hunde sind nun in der Obhut der Tierschützer in Bielefeld.

Fünf der 47 Hunde sind nun im Tierheim Bielefeld

„Zudem kommen noch andere Probleme, die behandelt werden müssen: Gesäugetumore, Patellaluxation, Augenkrankheiten (auch Blindheit), Ohrenentzündungen, zerbissene Ohren, Herzgeräusche, sowie Verhaltensauffälligkeiten wie Kotfressen“, schreibt der Verein. Die fünf Mischlinge werden jetzt erst einmal von den Tierschützern aufgepäppelt.

Viele Menschen reagierten bestürzt auf die Geschichte der Mischlinge – und übergaben Geld- und Sachspenden. Mittlerweile musste der Tierschutzverein sogar einen Aufnahmestopp für einige Sachspenden erteilen.

Unterstützung für den Tierschutzverein

Wer den Verein bei den Tierarztkosten für die fünf neuen Schützlinge unterstützen will, kann dies gerne tun:

Nr. 174 508 bei der Sparkasse Bielefeld (BLZ 480 501 61)

IBAN: DE91 4805 0161 0000 1745 08 BIC: SPBIDE3BXXX

„Interessenten dürfen sich gerne bei uns melden. Es besteht die Möglichkeit, einen Hund zu übernehmen und für weitere tierärztliche Behandlungen dann hier vorstellig zu werden“, erklärt Schaper. Wer Interesse daran hat, kann sich beim Tierheim melden - entweder telefonisch unter 05205 98430 oder per E-Mail an info@tierheim-bielefeld.de.

Solch ein Szenario ist leider kein Einzelfall. Auch zwei ältere Hunde-Damen kamen als Sicherstellung ins Tierheim. Sie hatten unter anderem offene Wunden. Die Tierschützer aus Hagen suchen ein letztes, gemeinsames Zuhause für die beiden. Und auch drei Jadghunde leben seit Anfang des Jahres im Tierheim Dornbusch. Bandito, Odin und Gerry mussten sichergestellt werden.

Rubriklistenbild: © Tierheim Bielefeld

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