Verärgerte Reaktionen
„Emotional frisst uns das auf“: Tierheim überschwemmt von alten Tieren – viele mussten sterben
Das Tierheim Essen klagt in einem Facebook-Post: Die Zahl abgegebener alter Tiere steigt kontinuierlich. Viele verenden schließlich im Tierheim.
Essen - Das Tierheim Essen hat sich auf Facebook mit einem Beitrag an die Öffentlichkeit gewandt, der nicht nur Tierliebhabern das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die Tierschützer greifen dabei ein Thema auf, das viele Leute am liebsten verdrängen wollen würden: Alte Tiere, die nach einem langen gemeinsamen Lebensweg von ihren Besitzern ins Tierheim gegeben werden. Dabei finden die Ersteller des Facebook-Posts klare Worte. Der Text beginnt schonungslos mit „Alt und abgeschoben“.
Kein Tag würde vergehen, so die Worte des Tierheims Essen, an dem kein altes Tier „dringend wegmuss“. „Wir sind leider voll bis in den letzten Winkel und finden dann hier und da doch noch ein Plätzchen, wissend, dass es für die Senioren oftmals die letzte Stelle ist. Die Tiere, die bei uns abgegeben werden, sind in der Regel sehr, sehr krank“, heißt es in dem Facebook-Post.
Hilferuf vom Tierheim Essen: Immer mehr alte und kranke Tiere werden abgegeben
Es folgt eine Aufzählung einiger der jüngsten Fälle, mit denen sich die Tierschützer konfrontiert sahen. Und die machen die beschriebene Problematik mehr als deutlich: „Erst letzten Monat wurden die beiden alten Kater (22 Jahre) Jacky und Blacky abgegeben.“ Jacky sei noch am selben Tag erlöst worden. Grund dafür war laut dem Tierheim ein akutes Nierenversagen. „Blacky ist ihm 11 Tage später gefolgt, er saß voll mit Tumoren“, heißt es weiter.
Berichtet wird darüber hinaus von einer Katze, die nach nur einem Tag Aufenthalt wegen eines riesigen Milztumors gestorben war. Eine andere Katze wiederum war unsauber; ihr Besitzer wollte sie gegen ein jüngeres und gesünderes Exemplar „umtauschen“. So reiht sich eine tragische Geschichte an die nächste.
„Emotional frisst uns das auf“: Tierheim überflutet von alten Tieren – viele mussten sterben
Ein besonders schwer zu ertragendes Schicksal dreht sich um eine Hündin. Der 13-jährige Chihuahua-Mix Albina soll schon seit längerer Zeit einen Tumor in der Nase gehabt haben. Dem Tierheim sagte die Besitzerin, dass das Tier bereits vor einem Jahr von ihrem Leid erlöst werden sollte. Geschehen ist das allerdings nicht. Und so mussten die Tierschützer die Einschläferung von Albina veranlassen – der Tumor soll sich bereits in das Gehirn durchgefressen haben. „Wir haben Albina gehen lassen, sie muss unter ganz schlimmen Schmerzen gelitten haben“, schreibt das Tierheim.
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Die Reaktionen auf den Beitrag fallen eindeutig aus. „Es ist eine kranke Welt“, schreibt eine Userin. Eine andere stimmt zu: „Leider ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.“ Aber es werden auch Kommentare unter dem Tierheim-Post geteilt, in denen die Situation differenzierter betrachtet wird. So überlegt eine Nutzerin: „Ich denke mal nicht, dass diese Leute herzlos sind, sie haben nur nicht mehr das nötige Kleingeld seitdem der Tierarzt so teuer geworden ist. Sie können ihre kranken Tiere nicht mehr versorgen.“ Eine Tierbesitzerin schreibt gar: „Dass hier über die Besitzer geschimpft wird, finde ich nicht gut. Ja, es gibt Menschen, die sehr grausam sind. Aber es gibt auch verzweifelte Besitzer.“
Auch die Tierschützer in Ahlen sind fassungslos: Jemand setzte einen Welpen während der Öffnungszeiten vor dem Tierheim aus. Die Behörden wurden verständigt. Eine besonders grausame Entdeckung wurde im Münsterland gemacht. In einem Altkleidercontainer wurden vier Kätzchen tot gefunden.
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