Bezahlen beim Einkaufen

Kein Bargeld mehr an der Kasse? Supermärkte in NRW reagieren auf digitalen Euro

Der digitale Euro beschäftigt Supermärkte und Discounter. Viele Kunden in NRW sorgen sich um das Bargeld. Er soll aber nur den Zahlungsverkehr ergänzen.

Hamm – Viele Kundinnen und Kunden in NRW treibt eine Sorge um: Wird mit dem digitalen Euro irgendwann das Bargeld an der Supermarktkasse verschwinden? Gerade in Rewe‑, Edeka‑, Lidl‑ oder Kaufland‑Filialen, wo täglich Millionen Menschen bezahlen, ist die Angst spürbar, dass irgendwann nur noch Smartphone‑Wallets und Apps akzeptiert werden.

Bald kein Bargeld mehr an den Kassen? Nein, sagen Supermärkte und Discounter. (Symbolbild)

Doch so präsent die Befürchtungen sind – die Händler wie auch die Politik betonen übereinstimmend: Bargeld bleibt. Der digitale Euro, der sich gerade in Planung befindet und auch die Banken beschäftigt, soll nicht ersetzen, sondern ergänzen. Trotzdem bereiten sich die großen Handelsketten im Land längst darauf vor, dass sich das Bezahlen in den kommenden Jahren verändern wird – und damit auch der Alltag der Kundinnen und Kunden zwischen Rhein, Ruhr und Weser.

Digitaler Euro in NRW – Supermärkte bereiten sich vor

Der digitale Euro wird zwar frühestens 2029 an den Kassen in NRW ankommen, doch die großen Supermärkte und Discounter im Land arbeiten längst im Hintergrund daran, sich für das neue Zahlungsmittel zu rüsten. Für Kundinnen und Kunden in Rheinland, Ruhrgebiet und Münsterland ändert sich vorerst nichts – Bargeld und Kartenzahlung bleiben wie gewohnt. Die Rewe Group, einer der größten Arbeitgeber im Land, erklärt: Man verfolge die Pläne der EZB „aufmerksam“, befinde sich aber noch in einer rein konzeptionellen Phase. „Bestehende Zahlungsarten bleiben unverändert nutzbar“, betont das Unternehmen.

Rewe, mit hoher Marktdichte in Städten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund, ist bereits in erste Pilotprojekte eingebunden. Gleichzeitig macht das Unternehmen deutlich, dass Umsetzbarkeit, Datenschutz und Kosten „angemessen berücksichtigt werden“ müssen – ein Hinweis darauf, wie technisch und organisatorisch anspruchsvoll die Umstellung für NRW‑Filialen werden könnte.

Noch ambitionierter äußert sich die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland), die in NRW ein besonders dichtes Filialnetz betreibt – vom ländlichen Sauerland bis in die Metropolregion Rhein‑Ruhr. Die Unternehmen unterstützen den digitalen Euro ausdrücklich und sehen ihn als „entscheidendes Element für einen harmonisierten, digitalen und souveränen Zahlungsverkehr in Europa“. Für den stationären Handel, auch in NRW, könnte sich daraus viel ergeben: Die Schwarz Gruppe spricht von der Vision eines umfassenden digitalen „Trust Centers“, das digitale Identitäten, Wallets und Zahlungen bündelt. So könnten künftig auch Lidl‑Pay und Kaufland‑Pay grenzübergreifend funktionieren – ein Vorteil für viele Kundinnen und Kunden in Grenzregionen wie Kleve, Heinsberg oder Aachen.

Edeka, ebenfalls mit Hunderten unabhängigen Kaufleuten eine große Kraft im nordrhein‑westfälischen Einzelhandel, äußert sich dagegen vorsichtiger. Der Verbund kann „aufgrund der hohen Komplexität“ noch nicht abschätzen, wann eine Nutzung des digitalen Euro in den Märkten möglich sein wird. Man beobachte die Veröffentlichungen der EZB „aufmerksam“ und stehe mit Verbänden und Zahlungsdienstleistern im Austausch. Grundsätzlich sieht Edeka den digitalen Euro jedoch „als Chance“, sofern er „kundenfreundlich, zuverlässig und sicher“ ist – und idealerweise zu geringeren Kosten im Handel führt.

Bargeld bleibt: Händler beruhigen Kunden in NRW

Einigkeit herrscht bei den großen Ketten in NRW vor allem in einem Punkt: Bevor der digitale Euro tatsächlich im Supermarkt landet, müssen EU‑Parlament und Mitgliedstaaten erst einmal entscheiden, wann er überhaupt kommt – und das passiert frühestens Ende 2026. Bis dahin bleibt der digitale Euro für NRW ein Zukunftsprojekt.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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