Tierheim Hagen

„Armes Seelchen“ im Tierheim: Rottweiler Casper fürchtet sich sogar vor Spielzeug

„Armes Seelchen“: Rottweiler Casper fürchtet sich im Tierheim selbst vor Spielzeug
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Casper war nicht einmal ein Jahr alt, als er ins Tierheim Hagen kam. Er fürchtete sich damals vor allem – selbst vor Spielzeug.

Casper fürchtete sich sogar vor Spielzeug: Als der Rottweiler ins Tierheim Hagen kam, kannte er nichts. Jetzt soll er langsam ein Für-immer-Zuhause finden.

Hagen - Eine besonders wichtige Lebensphase bei Hunden ist die sogenannte Prägephase. Etwa zwischen der vierten und achten Woche beginnen Welpen, ihre Umgebung zu erkunden. Sie lernen Umweltreize kennen und prägen sich Geräusche, Gerüche und Materialien ein. Der junge Rüde Casper scheint in dieser bedeutenden Phase seines Lebens nichts erlebt zu haben. Wo er zu diesem Zeitpunkt war, ist nicht bekannt. Als der Rottweiler im Juni 2023 ins Tierheim Hagen kam, fürchtete er sich selbst vor Spielzeug. In seiner Announce auf der Internetseite spricht das Tierheim vom „armen Seelchen Casper“.

„Armes Seelchen“: Rottweiler Casper fürchtet sich im Tierheim selbst vor Spielzeug

„Wir wissen nicht, woher er genau kommt“, sagt Tierärztin Annika Möhl im Gespräch mit wa.de. Die Tierheimleiterin und ihr Team haben Casper im Sommer 2023 kennengelernt. Der Rüde war damals nicht einmal ein Jahr alt und dem Besitzer laut Möhl unter anderem wegen „tierschutzrelevanter Aspekte“ weggenommen worden. Auch Auflagen zur Haltung, die bei einem Listenhund wie dem Rottweiler in Nordrhein-Westfalen notwendig sind, seien nicht erfüllt gewesen. Bei dem besagten Besitzer sei Casper aber noch nicht lange gewesen. Über seine Zeit als Welpe weiß das Tierheim Hagen demnach nichts.

Klar ist laut Möhl aber: „Casper hat nichts erlebt in seiner Prägephase.“ Als er ins Tierheim kam, legte man ihm Spielzeug hin. „Da hatte er Angst vor“, so die Tierärztin. Auch vor Menschen, Geräuschen und anderen Gegenständen habe sich der Rüde gefürchtet. Dabei hätte der Rottweiler aber keinerlei Aggressionen den Tierschützern gegenüber gezeigt, weshalb Möhl davon ausgeht, dass Casper nicht von Menschen misshandelt wurde.

Wo Casper die ersten Wochen seines Lebens verbracht hat, ist nicht bekannt. Er muss aber wenig erlebt und gesehen haben.

Rottweiler Casper: „Lange Arbeit, die auf die neuen Besitzer zukommt“

Durch eine sehr langsame Gewöhnung an unterschiedliche Lebenssituation taue Casper mittlerweile immer mehr auf. So könne jetzt, nach rund zehn Monaten, an eine Vermittlung gedacht werden. „Langsam“, betont das Tierheim Hagen. Annika Möhl möchte die Situation nicht schönreden. „Das wird eine lange, mühsame Arbeit sein, die auf die neuen Besitzer zukommt.“

Mittlerweile ist Casper etwas aufgetaut, vor allem zusammen mit anderen Hunden blüht der Rüde auf.

Casper könne noch nicht Autofahren, und auch Spaziergänge seien bislang schwierig. „Es wäre optimal, wenn wir jemanden finden, der sich Zeit nehmen würde“, so die Tierheimleiterin, die kein „Hauruck-Verfahren“ haben möchte. Der neue Besitzer müsse den Rüden erst einmal kennenlernen – und andersherum. „Kleine Minischritte“ seien das Gebot der Stunde.

Kontakt

Wer Casper kennenlernen möchte, kann sich beim Tierheim Hagen unter der Telefonnummer 02331/207-2545 oder per Mail an tierheim@stadt-hagen.de melden.

Wichtig: Rottweiler gelten nach dem Landeshundegesetz von NRW zu „Hunden bestimmter Rasse“, für deren Haltung gewisse Vorgaben erfüllt sein müssen.

Caspers neuer Besitzer müsste auch definitiv ein erfahrener Hundehalter sein, der mit dem Rüden nicht in einer Stadt leben würde. Und: „Ich denke, dass er total gut als Zweithund aufgehoben wäre“, sagt Möhl. Denn zusammen mit anderen Hunden würde der Rottweiler richtig aufblühen. „Das wäre für ihn ein Sechser im Lotto.“

Man werde noch sehr viel mit Casper üben müssen, bevor er tatsächlich übernommen werden könne, so Möhl. „Aber dieser Aufwand wird sich lohnen.“

Die Geschichten hinter den Hunden und Katzen in Tierheimen sind immer sehr herzergreifend. Vor allem Tiere, die in einem hohen Alter ihr Zuhause verlieren, machen die Menschen betroffen. So auch Juno, in „Notfellchen“ im Tierheim Essen. Seine Besitzer konnten sich nicht mehr um den 14-jährigen Hundeopa kümmern. Und auch Eric sorgte zuletzt für Schlagzeilen. Der Straßenhund aus Griechenland haute in Dortmund ab und irrte über 900 Tage durchs Ruhrgebiet. Jetzt hofft er auf ein neues Leben.

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