Fäkalkeime und Co.

Bakterienschleuder Planschbecken: Wie dreckig sind Mini-Pools für Kinder?

Kind sitzt in einem grünen Kinder-Planschbecken im Sommer
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In kleinen Pools ist die Bakteriendichte noch höher. (Symbolbild)

Planschbecken für Kinder können im Sommer schnell zu ekligen Brutstätten für Bakterien werden, die nicht einmal Chlor zuverlässig reinigt.

Schweiß, Urin und Grünzeug aus dem Garten: Besonders wenn nicht nur die eigenen Kinder im Planschbecken toben, wird das seichte Wasser schnell zur Keimschleuder. Das kann vor allem für die Kleinen gefährlich werden, wenn sie das Wasser beim Spielen verschlucken.

Im Planschbecken tummeln sich die Fäkalkeime

Für viele Eltern ist der kleine Kinder-Pool im Garten oder auf dem Balkon die optimale Lösung für heiße Sommertage und eine stressfreie und günstige Alternative zum Freibad. Im Vergleich zum Babybecken im Schwimmbad ist das Planschbecken zu Hause allerdings eine echte Bakterien-Brutstätte.

Eine dreckige Badehose oder Kot-Rückstände auf der Haut reichen bereits aus, um das Wasser im Pool zu verunreinigen. Die beliebten Schwimmwindeln halten zwar die festen Bestandteile zurück, sind aber nicht zu 100 Prozent dicht. Durch die geringe Wassermenge konzentrieren sich die Kolibakterien zudem und haben bei den hohen Temperaturen optimale Bedingungen um sich zu vermehren. Aus dem gleichen Grund sind auch Whirlpools in der Schwangerschaft lieber zu meiden.

Durchfall nach dem Spielen im Pool

Für Kinder wird das verunreinigte Wasser vor allem dann gefährlich, wenn sie beim Spielen größere Mengen verschlucken. „Es reichen minimale Spuren von infiziertem Kot am Gesäß, um das Wasser zu verunreinigen – insbesondere, wenn sich Badende nicht vorher duschen“, erklärt Dr. Monika Niehaus von den Kinder- und Jugendärzten im Netz. Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall der Kinder können die Folge sein. „Wer in den letzten zwei Wochen unter Durchfall gelitten hat, sollte nicht in den Pool. Denn auch nachdem ein Patient beschwerdefrei ist, scheidet er die infektiösen Erreger noch lange aus“, warnt Dr. Niehaus weiter.

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Kolibakterien in Planschbecken mit Chlorwasser nachgewiesen

Eine australische Studie konnte sogar in 66 Prozent der Pools, die mit Chlor gereinigt werden, noch Kolibakterien wie E. coli nachweisen. Grund dafür ist, dass sich Chlor bei hoher Sonneneinstrahlung schneller zersetzt – innerhalb weniger Stunden, wie die Forschenden erklären. Der Chlorgehalt lässt sich anders als im Schwimmbad zu Hause jedoch nur aufwändig messen. Besser ist es daher, das Wasser regelmäßig zu erneuern.

Wie oft muss ich das Wasser im Planschbecken wechseln?

Bei kleinen Planschbecken ist es ratsam, das Wasser täglich zu wechseln. Bei größeren Pools ist das Minimum „täglich etwa 30 Liter pro Benutzer durch frisches Wasser zu ersetzen“, rät Alexander Kämpfe vom Umweltbundesamt gegenüber der SZ. Wenn gerade niemand planscht, ist es außerdem sinnvoll, den Pool abzudecken. Blätter, Grashalme und andere größere Verunreinigungen sollten zudem entfernt werden, denn auch sie sind ein Nährboden für die Bakterien im Wasser.

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Verunreinigungen im Planschbecken vermeiden

Eine ordentliche Hygiene ist der beste Weg, damit das Planschbecken erst gar nicht zur dreckigen Bakterienschleuder wird. Deshalb gilt:

  • Kinder vor und nach dem Planschen ordentlich abduschen
  • Schwimmwindeln regelmäßig prüfen und bei Bedarf wechseln
  • Größere Kinder regelmäßig an den Toilettengang erinnern, etwa jede Stunde
  • Vor dem Becken einen Behälter aufstellen um Gras, Blätter und Co. von den Füßen abzuwaschen
  • Getränke, Eis und Snacks haben im Planschbecken nichts verloren
  • Verschmutzungen regelmäßig entfernen und das Planschbecken bei Nicht-Benutzung abdecken
  • Wasser regelmäßig austauschen

Besonders wichtig ist es, die Kinder vor und nach dem Planschen abzuduschen, denn der Pool zählt nicht als Bad, wie eine Mama aus den USA meint. Das gilt nicht nur für das Freibad und den heimischen Garten-Pool. Auch im Badesee tummeln sich Erreger wie die Entenflöhe, die einen unschönen Ausschlag bei Kindern verursachen können.

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