Unhygienisch oder clever?
„Der Pool zählt als Bad“: Mama bringt Kinder lieber ins Freibad, statt sie zu duschen
Eine Runde Planschen, anstatt die Kinder zu baden? Mama Neely Gracey schwört darauf, um sich und ihrer Familie den Alltag leichter zu machen. Das Netz sieht das anders.
Eine Mutter aus den USA hat in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Sie bringt ihre Söhne ins Schwimmbad, um das abendliche Duschen zu vermeiden. Auf Instagram schreibt sie: „Allen, die mitmachen, wünsche ich eine schöne ‚Der Pool zählt als Bad‘-Saison“ und löst damit eine hitzige Debatte über die kindliche Körperhygiene aus.
Im Pool schwimmen statt die Kinder zu baden
In dem Instagram-Clip begleitet Mutter Neely Gracey einen Tag im Freibad mit ihrer Familie. Die beiden Jungs scheinen das Wasser sichtlich zu genießen, zu planschen und zu spielen. Für die Mama ein Volltreffer: Die Kinder sind abends müde und ausgepowert und Gracey hat keine Arbeit damit, ihre Kinder baden zu lassen. „Bitte sag mir, dass ich nicht die einzige Mama bin, die [das] feiert“, schreibt sie zu dem Video.
Schwimmen gehen statt baden: Eklig oder clever?
Auch wenn der Beitrag von Gracey sicher mit etwas Humor zu verstehen ist, stieß sie auf jede Menge Gegenwind im Netz. Einer der Kommentatoren schrieb: „Wenn meine Kinder am Pool sind, ist es DEFINITIV ein Badeabend. So eklig, Chemikalien, Sonnencreme, Schweiß, Pipi, Salz usw.“. Ein anderer fügte hinzu: „Ich will nie dringender duschen als nach einem langen Tag im Pool oder am Strand“.
In den USA sollten ähnliche Regeln für öffentliche Schwimmbäder gelten, wie bei uns in Deutschland auch. Demnach hätte die Mama ihre Söhne ohnehin vor dem Schwimmen abduschen müssen. Ob die Kinder auch nach dem Planschen nochmal vor Ort abgeduscht werden, verrät Gracey in ihrem Video nicht.
Kinder zu baden ist jedes Mal ein Kampf
„Jeder Elternteil kennt die epischen Kämpfe, die sich ergeben, wenn man versucht, seine Kinder in die Badewanne zu bekommen und sie dann wieder aus der Badewanne zu bekommen“, erklärt die Mama dem amerikanischen Magazin TODAY. „Ich wollte Eltern nur die Erlaubnis geben, diesen Sommer Spaß mit ihren Kindern zu haben“, so Gracey weiter. Das Dilemma kennen wohl alle Eltern zu gut. Schließlich ist es nicht nur anstrengend, die Kleinen in die Dusche oder Badewanne hinein, sondern auch wieder heraus zu befördern. Ebenso kann das Haareföhnen schnell zum aufwändigen Zwei-Mann-Job werden, bei dem Eltern gar nicht genug Arme haben können.
Kinder nicht zu duschen ist unhygienisch und schlecht für die Haut
Unrecht haben die Kritiker in den Kommentaren unter Gracys Video allerdings nicht. Durch Schweiß, Kinder-Sonnencreme, Pipi und anderen Rückständen aus der Schwimmwindel bildet sich im Wasser ein perfekter Nährboden für Keime und Bakterien. Besonders im niedrigen, warmen Wasser wie im Nichtschwimmer-Becken können diese sich schnell vermehren und längst nicht alle lassen sich durch Chlor abtöten. Vor allem der Erreger Kryptosporidium hält sich trotz Chlor hartnäckig im Wasser und kann Durchfall bei Babys und Kindern hervorrufen, erklären die Kinderärzte im Netz.
Gleichzeitig trocknet das gechlorte Wasser die Haut stark aus, ganz besonders die durchlässige und empfindliche Haut von kleinen Kindern. Nach dem Schwimmbad-Besuch ist das Abduschen mit Wasser und Duschgel oder einer milden Seife also Pflicht. Das Gleiche gilt auch nach dem Baden im See, sonst kann ein Ausschlag durch die sogenannten Entenflöhe auftreten.