Nach nur zehn Monaten

Studentenkneipe „Hörsaal“ in Hamm hat aufgegeben - die Gründe

Die Ampel zeigt Rot: der „Hörsaal“ am Dienstagmorgen.
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Die Ampel zeigt Rot: der „Hörsaal“ am Dienstagmorgen.

[Update] Das „Hörsaal-Experiment“ in Hamm ist gescheitert. Nach nicht einmal zehn Monaten haben die Betreiber der Kneipe für Studenten und überhaupt junge Leute aufgegeben.

Hamm - Anfang März 2022 eröffnete an der Antonistraße in Hamm der „Hörsaal“: In Sichtweite des Cinemaxx sollten sich dort abends fortan vor allem Studierende treffen und wohl fühlen. Seit dem vergangenen Wochenende ist das wieder vorbei. Am Freitag, 16. Dezember, hatte die Studentenkneipe zum letzten Mal regulär geöffnet.

Von außen deutet auf die Schließung derzeit noch nichts hin. Zwar ist einer der Schaukästen demoliert, doch Aushänge oder andere Informationen sind nicht zu sehen. Dennoch teilten die Betreiber ihre Entscheidung am Wochenende mit, die Lippewelle berichtete zuerst darüber. Wie es auf Instagram heißt, sollen bis zum Jahresende nur noch einige wenige private Veranstaltungen dort stattfinden, im Januar soll es ein großes „Restetrinken“ geben.

Kneipe „Hörsaal“ geschlossen: Das sagt der Pächter

Auch im Rückblick findet Michael Lage die „Hörsaal“-Idee gut. Der Pächter, der auch das „Roetger‘s“ im Hammer führt, nennt als Grund für das Aus die Summe dreier Gründe: Zum einen sei das Angebot vom Wunschklientel nicht ausreichend angenommen worden. Er habe zwar „nie das große Geld“ damit machen wollen, „aber ein totales Minusgeschäft darf es halt auch nicht sein“. Auch Probleme mit „ein bis zwei Anwohnern“ spielten eine Rolle, so Lage: „Wenn für jede Nichtigkeit das Ordnungsamt oder die Polizei angerufen wird, wird es halt doppelt schwer.“ Personalprobleme seien am Ende noch obendrauf gekommen.

Lage betont, er wolle sich nun „in Ruhe ein paar Gedanken machen“ - immerhin sei er ja noch Pächter dieser Gastronomie und schließe nicht aus, „den Laden mit einem überarbeiteten Konzept wieder zu öffnen“. Womöglich finde sich ja auch jemand anderes, der die bisherige Idee weiterleben wolle. Eindeutig wurde der „Hörsaal“ ja anfangs trotz der zu der Zeit noch vorhandenen Corona-Einschränkungen gut angenommen, auch Livemusik wurde angeboten.

Kneipe „Hörsaal“ geschlossen: Nachfolger vom „Sentidos“

In den relativ kleinen Räumlichkeiten an der Ecke zur Königstraße hatte zuvor das „Sentidos“ spanische Speisen angeboten; es scheiterte aber an den Folgen der Corona-Pandemie. Die danach nötigen Umbauarbeiten begannen im Januar und damit zwei Monate vor der Eröffnung. Auf der Getränkekarte des „Hörsaals“ standen neben Bier, Wein und Softdrinks auch Cocktails und eine große Auswahl an Gin. Eine echte Speisekarte gab es nicht, lediglich Snacks wurden angeboten.

Vor dem „Sentidos“ beherbergte das Ladenlokal das Steak-Restaurant „Stefax“, davor das „Ladykillers“. Als „Altstadt-Eck“ wird die Gaststätte manchem im Gedächtnis geblieben sein, weil sie nach dem Abriss von Asbeck von Kult-Wirtin Maria Pletschen betrieben worden war.

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