Wichtige Verkehrsverbindung in Hamm

Fahrradverbot auf der „Todesbrücke“: ADFC fordert Ersatz

Der schmale Weg über die Bahnbrücke ist eine beliebte, weil kurze Radstrecke. Daran ändert auch das neue Verbotsschild nichts.
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Der schmale Weg über die Bahnbrücke ist eine beliebte, weil kurze Radstrecke. Daran ändert auch das neue Verbotsschild nichts.

Der Fahrrad-Club in Hamm mahnt eine fehlende Verbindung aus den nördlichen Stadtteilen zum Hauptbahnhof an - und stellt eine große Forderung.

Hamm –  Der ADFC Hamm fordert dringend Ersatz für die gesperrte Radverbindung über die Bahnbrücke, die Kanal, Lippe und Hafenstraße überquert und vom Westausgang des Bahnhofs bis zum Nordenfriedhof verläuft – im Volksmund „Todesbrücke“ genannt. Nicht weniger als eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer schwebt der örtlichen Vertretung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs vor. Das könnte schon aus Sicherheitsgründen positiv sein, schließlich ereignen sich hier immer wieder Überfälle und Raubdelikte. Außerdem steht die Brücke aus anderen Gründen in Verruf.

ADFC nennt wichtige Anbindung zum RS1

Dem ADFC geht es hier um einen Lückenschluss. Die neue Brücke soll „die Sperrung kompensieren und einen durchgehenden Radweg zwischen den nördlichen Stadtteilen und dem Hauptbahnhof ermöglichen, auch im Hinblick auf die Anbindung an den geplanten Radschnellweg RS1“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Todesbrücke: Beschilderung hat sich geändert

Auf dem Weg, der ganz nah neben den Gleisen entlangführt, ist zwar schon sehr lange das Radfahren nicht erlaubt, dennoch ist er (vermutlich ebenso lange) als beliebte, autofreie Radstrecke aus dem Hammer Norden und aus Bockum-Hövel und umgekehrt etabliert. Nun hat die Stadt Hamm allerdings die Beschilderung verändert.

Bisher war das Teilstück zwischen der Rampe vom Nordenfriedhof und dem Treppenaufgang an der Hafenstraße, geschätzt rund 300 Meter, nämlich als Fußweg ausgeschildert. „Das hat allerdings viele Radfahrer bis dato nicht abgehalten“, erläutert Stadtsprecher Tobias Köbberling. Es habe immer wieder Hinweise und Beschwerden über den ständigen Radverkehr gegeben. „Deshalb jetzt der Wechsel von der Positivbeschilderung zur Negativbeschilderung (Radfahren verboten)“, so Köbberling: „Verkehrsrechtlich hat sich dort aber nichts geändert.“

Schlaglöcher: In Ordnung ist der Asphalt auf der Brücke schon lange nicht mehr.

Der ADFC hat das Aufstellen des neuen Verkehrsschildes nun in Person der Vorstandsmitglieder Rainer Wilkes und Walter Hupfeld zum Anlass genommen, auf das aus Vereinssicht grundsätzliche Problem hinzuweisen. Das besteht darin, dass eine kurze Radverbindung zwischen dem Hammer Norden und Bockum-Hövel auf der einen Seite und dem Bahnhof und der westlichen Innenstadt auf der anderen Seite fehle. Die Hunderte von Radfahrern, die den Weg täglich nutzen, obwohl sie sich damit verkehrswidrig verhalten und der Weg nicht mal komfortabel, weil eng ist, sind für den Club-Vorstand der Beweis. „Die fehlende Verbindung führt zu längeren Fahrwegen oder verkehrswidrigem Verhalten“, so lautete die einhellige Meinung auf der vergangenen Sitzung des Radfahrstammtisches.

Strecke erfüllt viele Anforderungen nicht

Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Bahnbrücke in absehbarer Zeit für den Radverkehr freigegeben wird. Nicht nur ist der Weg aus Sicht der Stadt „immer schon ein reiner Fußweg“ gewesen. Die Strecke entlang der Gleise erfülle in vielen Bereichen die Anforderungen an einen Radweg nicht, so Köbberling.

Am augenfälligsten dafür sind die zu niedrigen Geländer des hoch gelegenen Weges und dessen nicht vorhandene Breite. Die vorgegebenen Anforderungen könnten auch in Zukunft nicht erfüllt werden, so der Stadtsprecher weiter. Dementsprechend bringt der ADFC eine neue Lösung ins Spiel: „Eine solche Brücke würde nicht nur den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel leisten, wie sie im Masterplan Mobilität vorgesehen ist.“

Vorgeschlagen wird ein solches Bauwerk westlich der Eisenbahnbrücke. „Der ADFC appelliert an die Stadtverwaltung und alle relevanten Entscheidungsträger, die Möglichkeit eines Brückenneubaus zu unterstützen und eine sichere und komfortable Verbindung über Lippe, Kanal und Hafenstraße für den Radverkehr zu schaffen.“ Dass für ein solch teures Projekt Fördergelder vonnöten sind, ist Wilkes bewusst.

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