Werk-Schließung in Uentrop

PCI schließt Werk in Hamm – über 100 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Die Produktion wird nach Augsburg verlagert. Erst vor wenigen Jahren hatte PCI noch Millionen in den Standort investiert.

Hamm - Der Bauchemie-Produzent PCI schließt im kommenden Jahr sein Werk in Hamm. Damit fallen 105 Arbeitsplätze weg. Das Unternehmen ist seit 1992 an der Uentroper Kranstraße ansässig und hatte den Standort noch in den vergangenen Jahren ausgebaut. Hintergrund der beabsichtigten Schließung ist eine Produktionsverlagerung innerhalb der Unternehmensgruppe.s

2026 ist hier Schluss: Das Hammer PCI-Werk soll im kommenden Jahr geschlossen werden.

2023 an die Sika-Gruppe verkauft

Die PCI Augsburg GmbH besteht seit 75 Jahren und gehörte lange zur Badischen Anilin- und Sodafabrik (BASF). 2023 ging PCI an die Stuttgarter Sika-Gruppe. Dort ordnet man die Geschäfte offenbar neu. Sika beabsichtige, den Produktionsstandort Hamm im zweiten Halbjahr 2026 zu schließen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Das Produktionsvolumen aus Hamm könne an anderen Sika-Standorten realisiert werden.

Neben Hamm wird dem Sprecher zufolge auch eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung im oberbayerischen Trostberg geschlossen. Die Mitarbeiter sind nach WA-Informationen vor etwa zwei Wochen informiert worden. Sika sei bestrebt, die Maßnahmen „so sozialverträglich wie möglich umzusetzen“, das Unternehmen habe Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) war trotz mehrfacher WA-Nachfrage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Fliesenkleber und Fugenmörtel

PCI fertigt Fliesenkleber, Fugenmörtel und Ausgleichsmasse. 2017 hatte das Unternehmen das Bau-Chemikalien-Geschäft von Henkel mit den Marken „Ceresit“ und „Thomsit“ übernommen. Die Henkel-Produktion war 2019 von Unna nach Hamm verlegt worden. Nach Informationen unserer Zeitung soll sie nun ins Stammwerk nach Augsburg gehen. Die Sika-Gruppe investiert derweil umfangreich am PCI-Standort Wittenberg. Hier soll die Produktion erweitert werden. Um Platz zu schaffen, hat man das dortige Lieferzentrum im Juli nach Augsburg und Hamm verlegt. Von den Schließungsplänen in Hamm ist dem Sprecher zufolge auch der Versandbereich betroffen.

In Uentrop hatte PCI 2018 ein neues Hochregallager in Betrieb genommen. Damals war von einem „signifikanten zweistelligen Millionenbetrag“ und einer ungenannten Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze die Rede. 2019 wurde eine neue Abfüllanlage angekündigt, diesmal für einen „niedrigen einstelligen Millionenbetrag“. Im Unternehmensumfeld hieß es zuletzt, das Hammer Werk sei nach wie vor profitabel. Sika wollte sich dazu nicht äußern.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey

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