Restaurant-Wechsel in Hamm

Aufs Hardy’s folgt das „Kasabar“: neues Konzept und viele Azubis

Dass aus den Ruinen des Hardy‘s in Hamm ein vietnamesisches Restaurant erwachsen würde, ist schon länger bekannt. Nun gibt es viele neue Infos dazu. Zum Beispiel, dass die neuen Betreiber ungewöhnlich viele Azubis ausbilden werden.

Hamm – Das Hardy’s hat in den sechs Jahren seines Bestehens tiefe Fußspuren hinterlassen. Nicht wenige Gäste aus und um Hamm sahen darin ein Kultlokal. Nun, einen Monat nach dem letzten Öffnungstag, steht fest, wer diese Abdrücke mit welchem Konzept füllen wird und wann das Licht an der Oststraße 5 wieder angehen wird.

Das neue Restaurant namens „Kasabar“ wird spätestens am 1. Juli eröffnen. Die Pächter heißen Canh Sang Nguyen (28) und Le Khanh Nguyen (38). Ihren vietnamesischen Wurzeln getreu werden sie als Besonderheit landestypische Spezialitäten wie Pho (traditionelle Suppe) und Banh Mi (ein besonderes Sandwich) anbieten, als Angebot wochenweise wechselnd. Die Stammkarte aber soll „deutsche Küche“ vorhalten, unter anderem mit Schnitzeln und Co. sowie Drei-Gänge-Menüs am Abend. Auch eine Mittagskarte für den schnellen Hunger ist in Arbeit, zum Beispiel mit Nudeln, Burgern und Salaten.

Noch Hardy’s, bald „Kasabar“: Sang Nguyen (links) und Khanh Nguyen Le wollen in Hamm Fuß fassen.

Kasabar statt Hardy‘s: Pächter hoffen auf echte Chance

Dass vieles anders sein wird als zuvor, wird niemanden überraschen. Gleichzeitig hoffen die beiden Neuen natürlich, dass ihnen auch die Hardy’s-Fans eine Chance geben werden. Über ihr Konzept haben sie jedenfalls lange nachgedacht, zumal sie bewusst auch direkte Konkurrenz zum benachbarten und ebenfalls vietnamesisch geführten Sushi-Restaurant „Bach Tra Cuisine“ vermeiden möchten.

Für anhaltend hohe Speisenqualität sollen gleich zwei feste Köche bürgen: einer aus Hannover für die deutsche Küche und der andere aus Vietnam für die landestypischen Speisen. Unterstützt werden sie von gleich drei Azubis, vier weitere werden von jeweils zwei festen Kräften im Service- und Bar-Bereich lernen. (Sie alle suchen übrigens noch eine Unterkunft in Hamm.)

Hardy Weiß und Jutta Elbers waren die ersten Hammer, die wir kennengelernt haben. Wir hatten einen guten Eindruck voneinander.

Le Khanh Nguyen und Canh Sang Ngyuen

Kasabar statt Hardy‘s: besonderer Ausbildungsbetrieb

Ein ungewöhnlich bestückter Ausbildungsbetrieb also. Wie kommt das? Weil Le Khanh Nguyen in Hannover seit 2017 ein Dienstleistungsunternehmen namens „Kata“ führt: Es vermittelt Vietnamesen mit nachhaltiger Perspektive in Deutschland als Fachkräfte, Studenten und Auszubildende in hiesige Unternehmen und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Sprachkompetenz.

Nach Hamm brachte die beiden Freunde und Partner die Vermieterin des Objekts: Sie ist die Tante von Canh Sang Nguyen. „Hardy Weiß und Jutta Elbers waren dann die ersten Hammer, die wir kennenlernten. Wir haben sie drei oder vier Mal getroffen und hatten einen guten Eindruck voneinander“, erzählt Sang Nguyen. Der 28-Jährige wird als gelernter Barkeeper das Gesicht der Kasabar – der Name ist ein Puzzle aus den Vornamen und dem Begriff Bar –  sein und dafür nach Hamm ziehen. Stolz erzählt er, dass er künftig 230 Sorten Spirituosen aus aller Welt vorhalten wird und dass er für die Cocktails nur Sirup aus eigener Herstellung verwendet. Die neue Hausbiersorte steht noch nicht fest.

Kasabar statt Hardy‘s: Mobiliar und Mitarbeiter bleiben

Fest steht indes, dass ein Teil des Mobiliars im Lokal verbleibt („ein schöner Wiedererkennungswert für die Hardy’s-Gäste“), dass die Küche erhalten bleibt und dass möglichst zwei der bisherigen Mitarbeiter bleiben sollen. Ob letzteres klappt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie nach der insgesamt dreimonatigen Auszeit – in der kommenden Woche soll der auf knapp zwei Monate angelegte Umbau beginnen – noch verfügbar sein werden.

Sogar die künftigen Öffnungszeiten sind bereits klar: täglich von 12 bis 23 Uhr, freitags und samstags mindestens bis 24 Uhr, montags ist Ruhetag. Und ja: Der an schönen Tagen so beliebte Außenbereich wird wie gehabt Teil des Angebots sein.

Zeitleiste: Vom Louis zum Hardy‘s

Hardy Weiß und Jutta Elbers hatten sich in der Oststraße von 2006 bis 2011 mit dem Betrieb des Louis-Bistro einen Namen in der Gastroszene gemacht. Viel Livemusik war Teil des Programms, die „Louis Blues Band“ hatte dort ihre Heimat.

Nach Stress mit der Nachbarschaft verabschiedete sich das Paar nach Bergkamen-Overberge, um dort mit einem ähnlichen Ansatz das Traditionshaus Schmülling wiederzubeleben. Doch echtes Glück sollte sich dort nicht einstellen: Nach nicht einmal einem Jahr war Schluss.

So zogen die beiden schließlich 2017 zurück in die Oststraße: In den früheren Räumlichkeiten von Café Schulte, Café Schmidt und RöSaSu eröffneten sie am 1. April schließlich das Hardy‘s. Seit Ende April 2023 ist es geschlossen.

„Ihr“ Louis war zwischenzeitlich zu einer Shisha-Bar umgeflaggt worden.

Direkt neben dem früheren Hardy‘s hat kürzlich „Yomaro“ eröffnet, ein Spezialist für Frozen Joghurt.

Rubriklistenbild: © Markus Hanneken

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare