Demografischer Wandel

Renten-Konflikt im Nachbarland: Anhebung des Rentenalters droht Regierung zu stürzen

Das Thema Rente verursacht europaweit Diskussionen. In Deutschland wird gegenwärtig das Rentenalter erhöht, die Dänen gehen bald sogar auf 70 hoch. Doch nicht überall bleiben die Debatten sachlich.

Paris – In Deutschland wird bis 2031 das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben – doch auch das reicht vielen Experten im Land nicht aus. Immer wieder fordern Ökonomen eine Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung, so wie es zum Beispiel in Dänemark der Fall ist. Dort wurde erst vor einigen Wochen die Rente mit 70 für die Jahrgänge nach 1970 beschlossen. In Frankreich droht derweil die Regierung zu platzen – wegen der Rentenreform.

Streit um die Rente in Frankreich: Linke Parteien wollen die Vertrauensfrage stellen

Am Montag (23. Juni) sind Gespräche zwischen Sozialpartnern in Paris gescheitert, nachdem Arbeitgeberverbände die Absenkung des Rentenalters von 64 auf 62 Jahre abgelehnt haben. Zunächst hatten die Gewerkschaften dann eine Senkung der Regelaltersgrenze nur für Arbeiter in körperlich belastenden Berufen gefordert; das wurde jedoch ebenfalls abgelehnt. Nun wollen die Linksparteien im Parlament die Vertrauensfrage stellen – und die Regierung um Premierminister François Bayrou zu Fall bringen.

Die Linken haben in der Nationalversammlung dafür allerdings nicht genügend Stimmen – nur, wenn auch die rechtsextreme Rassemblement National (RN) unter der Führung von Marine Le Pen ebenfalls gegen die Regierung stimmen würde, käme es tatsächlich zum Bruch.

Rentner aufgepasst: Das sind die besten Länder für die Rente

Strand am Tayrona National Natural Park, Kolumbien.
Mont-Saint-Michel in der Normandie: Unser Nachbarland hat nicht nur ein gutes Transport- und Gesundheitssystem, sondern auch schöne Städte und Natur zu bieten.
Die Insel Langkawi in Malaysia: Das südostasiatische Land ist im GRI-Ranking ein Newcomer.
Thassos: Platz sieben im Ranking belegt Griechenland.
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Die Rentendebatte tobt im Nachbarland mittlerweile seit mehr als zwei Jahren, als Präsident Emmanuel Macron die Erhöhung des Rentenalters ohne Zustimmung des Parlaments durchdrückte. Das sorgte für massive Kritik und Proteste auf den Straßen.

Rente in Frankreich: Eintrittsalter deutlich niedriger als in anderen Ländern

Genauso wie überall in Europa steht auch das Rentensystem in Frankreich aufgrund des demografischen Wandels unter Druck. Laut Prognosen des unabhängigen Renten-Rats in Frankreich steigen die Kosten für die Rente von derzeit 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 1,4 Prozent bis 2070. Bis 2045 erwartet der Staat ein Defizit von 30 Milliarden Euro in den Rentenkassen.

Aus diesem Grund hat Macron das Rentenalter um zwei Jahre nach oben angepasst. Genauso wie hierzulande passiert die Anhebung in Stufen; die 1968 Geborenen sind der erste Jahrgang, der dann mit 64 in Rente gehen wird.

Im internationalen Vergleich hat Frankreich eines der niedrigsten Renteneintrittsalter aller OECD-Länder. Aus dem aktuellsten Rentenbericht der OECD von 2023 geht hervor, dass nur noch Kolumbien, Israel, Griechenland, Slowenien, die Türkei und Costa Rica früher als die Franzosen in Rente gehen. Der Durchschnitt aller OECD-Länder liegt bei 66,3 Jahren.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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