50 Übergänge betroffen

Hinweis von Auswärtigem Amt: Nachbarland führt ab 7. Juli Grenzkontrollen ein

Polen startet ab 7. Juli Grenzkontrollen. Reisende müssen sich auf Verzögerungen gefasst machen. Das Auswärtige Amt gibt wichtige Hinweise.

Frankfurt – Eigentlich werden an den Binnengrenzen im Schengen-Raum keine Grenzkontrollen durchgeführt. Doch Deutschland greift auf dieses Mittel unter anderem an der Grenze zu Polen zurück. Das deutsche Nachbarland hat nun seinerseits angekündigt, ab 7. Juli Grenzkontrollen durchzuführen. Das Auswärtige Amt erklärt in einem aktuellen Hinweis für Reisende und Pendlerinnen sowie Pendler, dass es an der deutsch-polnischen Grenze jetzt länger dauern kann.

Polen führt Grenzkontrollen ein: Auswärtiges Amt warnt Urlauber aus Deutschland vor „Verzögerungen“

Reisende, die mit dem Auto oder Wohnmobil in den Urlaub starten, sollten in den kommenden Tagen Geduld mitbringen. Dies gilt ebenso für Pendlerinnen und Pendler, deren Ziel in Osteuropa liegt. Der Grund dafür ist die Ankündigung Polens, an den Grenzen zu Deutschland und Litauen Kontrollen einzuführen.

Auf der Webseite des deutschen Außenministeriums heißt es bei den Reise- und Sicherheitshinweisen für das EU-Land wie folgt: „Polen führt ab Montag, den 7. Juli 2025, Grenzkontrollen an der polnisch-deutschen und polnisch-litauischen Grenze durch. Dies kann unter Umständen zu Wartezeiten im grenzüberschreitenden Verkehr führen.“ Weiterhin informiert das Auswärtige Amt: „Auch an der deutsch-polnischen Grenze werden derzeit Binnengrenzkontrollen durchgeführt. Die grenzpolizeilichen Maßnahmen werden situationsabhängig räumlich und zeitlich flexibel vorgenommen. Es kann zu Verzögerungen beim Grenzübertritt kommen. Ein Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) muss beim Grenzübertritt für alle Mitreisenden stets mitgeführt werden.“

An der deutsch-polnischen Grenze könnten ab 7. Juli Grenzkontrollen zu Staus führen.

Zusätzlich warnt das Auswärtige Amt davor, die Kontrollen zu ignorieren: „Beihilfe zu illegaler Ein- und Durchreise ist in Polen mit hohen Haft- und Geldstrafen belegt. Bei Mitnahme unbekannter Personen wird daher zu besonderer Vorsicht geraten.“ Touristinnen und Touristen sollten zudem das neue Fotografieverbot in Polen beachten.

An diesen deutsch-polnischen Grenzübergängen gibt es ab 7. Juli Kontrollen

Die temporären polnischen Grenzkontrollen an der Grenze zu Deutschland sollen vorerst bis zum 5. August bestehen bleiben, wie aus einem Entwurf einer Verordnung hervorgeht, den das polnische Innenministerium veröffentlicht hat. Laut diesem Dokument werden an 50 Übergängen an der deutsch-polnischen Grenze rund um die Uhr Kontrollen durchgeführt. Dies betrifft sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr an diesen Grenzübergängen:

  • A4 beim Grenzübergang Ludwigsdorf-Jedrzychowice
  • A6 beim Übergang Pomellen-Kolbaskow
  • A12 bei Swiecko östlich von Frankfurt (Oder)
  • auch Fußgängerinnen und Fußgänger sollen kontrolliert werden –unter anderem auf der Strandpromenade in Swinemünde (Swinoujscie) und in Frankfurt (Oder) auf der Stadtbrücke

Polen: Grenzkontrollen als Reaktion auf deutsches Vorgehen – Entscheidungen der Bundesregierung entscheidend

Bereits zuvor hatte der polnische Regierungschef Donald Tusk die Kontrollen angekündigt und als Reaktion auf die deutschen Maßnahmen an der gemeinsamen Grenze bezeichnet. Ein mögliches Ende dieser Kontrollen machte er von den Entscheidungen der Bundesregierung abhängig. Ursprünglich war geplant, die deutschen Kontrollen bis September fortzusetzen. Tusk zufolge gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die Kontrollen verlängert werden könnten.

Seit Oktober 2023 führt Deutschland stichprobenartige Kontrollen an der Grenze zu Polen durch, um irreguläre Migration zu verhindern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung im Mai intensivere Kontrollen angeordnet. Zudem wurde verfügt, dass Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen werden können. Unterdessen veröffentlichte das Auswärtige Amt jüngst auch für Italien einen Reisehinweis, der einige beliebte Urlaubsregionen betraf. (kh mit dpa)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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