Jumbo-Beschwerde
Trump bekundet Enttäuschung: Luxus-Jet aus Katar „viel zu groß“
Donald Trump schob ethische und sicherheitspolitische Bedenken zur Seite und nahm ein Luxusflugzeug aus Katar an – jetzt stört ihn dessen Größe.
Washington, D.C. – Katars Emire haben Donald Trump einen Jumbo-Jet geschenkt. Die 400 Millionen Dollar teure Boeing 747 soll ihm künftig als Präsidentenflieger dienen. Um den Verdacht der Bestechlichkeit Trumps auszuräumen, ging die Maschine offiziell an das Pentagon.
Präsident Trump hatte ethische und sicherheitspolitische Bedenken ignoriert, um das Luxusflugzeug aus Katar zu empfangen. Auf die Frage, ob der Jet definitiv zur Air Force One, dem offiziellen Flugzeug des US-Präsidenten, werde, sagte Trump am Mittwoch lediglich, dass sich die Maschine in den USA befinde und „auf militärische Standards umgerüstet werde“.
„Ehrlich gesagt ist es zu groß, viel zu groß“ – Trump beschwert sich über Jumbo-Jet aus Katar
Anstatt dankbar über das riesige Geschenk des Golfstaates zu sein, beschwerte sich Trump allerdings über die Größe des Fliegers. „Es ist zu groß“, sagte Trump laut Guardian am Mittwoch gegenüber Reportern. „Ehrlich gesagt ist es zu groß, viel zu groß.“
Donald Trumps Amtseinführung: Promis und Superstars feiern in Washington DC




Was genau ihn an der Größe seines neuen Jets stört, führte Trump nicht aus. Mit einer Länge von 76 Metern ist die Boeing 747-8 laut The Guardian aber tatsächlich 5,5 Meter länger als die ältere Boeing 747-200B, die derzeit als Air Force One dient. Trumps Privatflugzeug mit dem Spitznamen „Trump Force One“ ist eine Boeing 757.
Doch das 400 Millionen Dollar teure Geschenk der katarischen Königsfamilie, der sogenannte „Fliegende Palast“, dürfte jedoch vor allem Trumps Sinn für Luxus entsprechen. Um die Innenausstattung kümmerte sich laut dem Branchenmagazin Flugrevue das Pariser Designbüro Cabinet Alberto Pinto, das regelmäßig Reiche und Schöne mit maßgeschneiderten Einrichtungen versorgt.
Second-Hand-Luxus-Jet aus Katar dient Trump als Ersatz für die verzögerten Boing-Maschinen
Mehrere Quellen behaupten, Trump habe sich um den Jet bemüht, nachdem ihm klar geworden sei, dass Boeing erst 2027 einen Ersatz für die alternde Air Force One liefern könne. Zwei neue Boeing 747-8 werden derzeit speziell für die nächste Generation der Air Force One umgebaut, doch das Projekt ist von Verzögerungen betroffen .„Wir warten zu lange auf Boeing“, sagte Trump einem Daily-Beast-Bericht zufolge. „Boeing muss sich zusammenreißen.“
Der neue Jet ist technisch gesehen ein gebrauchtes Exemplar, das einst von der Abteilung von Qatar Airways genutzt wurde, die die Königsfamilien und andere hochrangige Regierungsbeamte bedient. Er steht nun auf einem Flughafen in San Antonio, Texas, wo er von der US Air Force umgebaut wird, um den Anforderungen des Präsidenten zu entsprechen.
Umbau des Trump-Jets aus Katar könnte bis zu einer Milliarde US-Dollar kosten
Während Trump am Mittwoch damit prahlte, das Flugzeug „umsonst“ bekommen zu haben, berichtete Fortune, dass die Umrüstung des Jets die Steuerzahler bis zu einer Milliarde Dollar kosten könnte. Nach Trumps Amtszeit wird der Jet nicht im Einsatz bleiben, sondern an seine Stiftung für die Präsidentenbibliothek übergeben.
Die Ausstattung des Luxus-Jumbos umfasste laut Flugrevue bereits bei der Vorstellung 2015 Badezimmer, Esszimmer, Lounge, stilvolle Suiten, mehrere Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, einen Kinderspielbereich – und weil dem Vergnügen bekanntlich die Arbeit vorangeht, auch Konferenzräume und mehrere Büros. (lm)
Rubriklistenbild: © imago
