Verfassungsschutz

SPD und BSW in Brandenburg: Wie umgehen mit einer „gesichert rechtsextremistischen“ AfD?

Die AfD in Brandenburg gilt als „rechtsextremistisch“ durch den Landesverfassungsschutz. Wie geht die Regierungskoalition damit um?

Potsdam – Die AfD in Brandenburg verstoße gegen die Menschenwürde und die Verfassung des Bundeslandes: Zu diesem Ergebnis zumindest kommt der brandenburgische Verfassungsschutz und stuft die Partei vor Ort als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Doch die ist größte Opposition in Potsdam, entsprechend diskutiert die Landesregierung über mögliche Konsequenzen. SPD und BSW regieren gemeinsam unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel

Die AfD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 an zweiter Stelle.
Auf dem Parteitag wurde Parteichefin Alice Weidel zur Kanzlerkandidatin gekürt.
AfD-Bundesparteitag in Riesa
AfD Parteitag 2013 in Berlin
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel

Aus Sicht der SPD-Landtagsfraktion ist die Einstufung rechtlich und politisch ein Wendepunkt und ein Alarmsignal. „Wir nehmen den Bericht als Auftrag, alle Schutzmechanismen unseres Rechtsstaats zu nutzen – auch ein Parteiverbot muss geprüft werden“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Erik Stohn nach der Vorstellung des sogenannten Einstufungsvermerks am Donnerstag (14. August).

BSW widerspricht SPD beim Umgang mit der AfD in Brandenburg

Das BSW hingegen sieht in der Diskussion um ein AfD-Verbot die Stärkung der Partei. „Behördlich oder rechtlich gegen die AfD vorzugehen, hat der Partei eher genützt. Wer den juristischen Weg einschlägt, verkennt zudem oft die realen Probleme in der Gesellschaft, für die nicht selten die AfD ein Ventil ist“, sagte Fraktionschef Niels-Olaf Lüders. Zum vorgelegten Gutachten kommentierte er: „Einige der aufgeführten Zitate sind lediglich Ausdruck eines rechts-konservativen Weltbilds. Wir teilen dies ausdrücklich nicht, aber es ist keine verbotene Meinung.“

Hans-Christoph Berndt, Fraktionsvorsitzender der AfD Brandenburg, äußert sich zur Einstufung seiner Partei.

Keine „verbotene Meinung“? „Die AfD in Brandenburg ist klar rechtsextrem. Das zeigt der Einstufungsvermerk jetzt für alle einseh- und nachlesbar schwarz auf weiß“, findet SPD-Generalsekretär Kurt Fischer, wobei sich die Sozialdemokraten neben einer Anstrengung eines Verbotsverfahrens ebenso für eine Weiterentwicklung des Verfassungstreue-Checks aussprechen. Auch hier reagiert das BSW zurückhaltend bis kritisch.

AfD-Landesverbände: Wo werden sie als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft? 

Neben der jüngsten Einstufung als „gesichert rechtsextremistisch“ der AfD Brandenburg durch den Landesverfassungsschutz in Brandenburg gilt dies gleichermaßen für:

  • AfD in Sachsen-Anhalt (seit November 2023)
  • AfD in Sachen (seit Dezember 2023)
  • und AfD in Thüringen (seit März 2021)

In Niedersachsen, Bremen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg gilt die Partei in ihren jeweiligen Landesverbänden als „rechtsextremistischer Verdachtsfall“. Die Bundes-AfD um Alice Weidel und Tino Chrupalla wurde vom Verfassungsschutz im Mai „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Dagegen klagte die AfD. (mit dpa) 

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare