Bilanz der Koalition

Merz-Regierung im Umfrage-Tief: Deutsche von Schwarz-Rot enttäuscht

Die Deutschen sehen die Bilanz von Schwarz-Rot überwiegend negativ. Die Koalition erfüllt Erwartungen in fast allen Bereichen nicht.

Berlin – Die Menschen in Deutschland sind mit der Arbeit der Merz-Regierung höchst unzufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos vom 9. Dezember. Demnach hat sich die Lage in den vergangenen Monaten aus Sicht der Deutschen in nahezu allen zentralen Politikfeldern eher verschlechtert als verbessert.

Das Kabinett um Kanzler Friedrich Merz (4. von links) und Vizekanzler Lars Klingbeil (3. von links) vermag die Deutschen laut einer neuen Umfrage nicht zu überzeugen.

Die Erhebung zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen den Hoffnungen am Beginn der Legislaturperiode und der jetzigen Wahrnehmung der Regierungsarbeit. Schon im Juni hatte Ipsos die Menschen gefragt, was sie in ausgewählten Politikfeldern von der neuen Regierung erwarten. Klar ist mit der Dezember-Umfrage nun vor allem eins: Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz konnte die ohnehin geringen Erwartungen nicht erfüllen.

Deutsche bewerten Merz-Regierung in Umfrage überwiegend negativ: Bundeswehr einziger Erfolg

Nur im Bereich der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr überwiegt der Anteil derer, die eine Verbesserung wahrnehmen. 33 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass sich die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zur Landes- und Bündnisverteidigung seit dem Amtsantritt der schwarz-roten Regierung verbessert hat.

Von einer Verschlechterung in diesem Bereich sprechen hingegen nur 26 Prozent. Dennoch bleibt die Regierung auch hier hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück: Im Juni 2025 rechneten noch 53 Prozent der Befragten mit Verbesserungen in diesem Bereich.

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Merz-Regierung bleibt in Umfrage hinter den Erwartungen zurück – Wirtschaft als größte Baustelle

Trotz verschärfter Grenzkontrollen und eines härteren Kurses in der Migrationspolitik konnten die Erwartungen hinsichtlich der Kontrolle von Migration und Asyl nicht erfüllt werden. Nur 29 Prozent der Deutschen sehen hier eine Verbesserung – 16 Punkte weniger als im Juni erwartet. Im Bereich der inneren Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung liegt die Zustimmung ebenfalls deutlich unter den Erwartungen vom Sommer 2025.

Die größte Diskrepanz zwischen Erwartungen und aktueller Einschätzung zeigt sich in der Wirtschaftspolitik. Lediglich 15 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland durch die schwarz-rote Bundesregierung gestärkt wurde – das sind 27 Prozentpunkte weniger als im Juni erwartet. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent sieht sogar Rückschritte in diesem Bereich. Auch beim Bürokratieabbau hinkt die Regierung den anfänglichen Erwartungen hinterher: Nur 13 Prozent der Deutschen sehen hier positive Veränderungen.

PolitikbereichBesser – Gleich – Schlechter Unterscheid zu Erwartungen im Juni
Verbesserung der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zur Landes- und Bündnisverteidigung33% – 35% – 26%-20
Kontrolle von Migration und Asyl29% – 27% – 40%-16
Vorantreiben der Digitalisierung23% – 42% – 30%-18
Verbesserung der inneren Sicherheit und Bekämpfung von Kriminalität21% – 34% – 41%-16
Ausbau und Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur18% – 40% – 37%-19
Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland15% – 31% – 51%-27
Abbau von Bürokratie13% – 41% – 41%-15
Umsetzung wirksamer Maßnahmen zum Klimaschutz11% – 43% – 39%-8
Sicherung der Renten11% – 32% – 53%-9
Reduktion von Wartezeiten bei Fachärzten8% – 41% – 46%-10
Schaffung von bezahlbarem Wohnraum8% – 34% – 55%-11
Bekämpfung von Armut7% – 36% – 54%-11

Methode: Quotierte Online-Befragung von 1000 Wahlberechtigten zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Zeitraum der Befragung: 28. bis 30. November 2025.

Umfrage zur Merz-Regierung zeigt: Rente, Armut und Wohnen bleiben größte Sorgenfelder

Besonders kritisch wird die Entwicklung bei sozialen Themen gesehen. Nur elf Prozent der Deutschen glauben, dass unter Schwarz-Rot bei der Sicherung der Rente Fortschritte erzielt wurden – neun Punkte weniger als im Juni erwartet. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) nimmt sogar eine Verschlechterung wahr. Noch pessimistischer wird die Situation bei der Armutsbekämpfung und beim Wohnungsbau beurteilt: Lediglich sieben Prozent sehen eine Verbesserung bei der Armutsbekämpfung, acht Prozent bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. (Quelle: Ipsos) (cs)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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