„Ärgert mich im Nachhinein“
Jetzt spricht Spahn zu Leihmutter-Debatte und Rücktrittsforderungen – und macht Eingeständnis
Jens Spahn steht wegen einer Leihmutterschaft in der Kritik. Nun äußert sich der Unions-Fraktionschef erstmalig dazu. Auch ein Eingeständnis legt er ab.
In der Debatte um die Leihmutterschaft von Jens Spahn und seinem Ehemann Daniel Funke hat sich der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion nun erstmals selbst zu Wort gemeldet. In einem Gespräch mit Bild-Journalist Paul Ronzheimer ging er auch auf die Rücktrittsforderungen ein, die mittlerweile selbst aus seinen eigenen Reihen laut werden.
Spahn und sein Ehemann hatten verkündet, via Leihmutterschaft Eltern geworden zu sein. Da Leihmutterschaft in Deutschland illegal ist, wurde ihr Sohn in den USA geboren. Spahns Ehemann Funke ist der leibliche Vater des Kindes. Spahn nannte das Vatersein ein „tolles Gefühl“. Er und sein Partner hätten „lange miteinander gerungen, wie das möglich sein kann“.
Leihmutter-Debatte: Spahn äußert sich erstmals zu umstrittener Vaterschaft
Zum Hintergrund: Spahn sprach sich 2015 gegen die Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland aus. Er sagte damals, er könne sich als schwuler Mann und Christ „nur schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden“. Seine Partei, die CDU, will an dem Verbot festhalten, hatte dies auch auf dem Parteitag im Februar abermals bekräftigt. Da war das Kind von Spahn und Funke allerdings bereits unterwegs.
Im Gespräch mit Bild-Vize Ronzheimer gestand Spahn nun seine lange Zerrissenheit zu dem Thema ein. Gerade das lange Ringen mit dem Thema und die intensive Beschäftigung damit haben ihn darin bekräftigt, sich für diesen Schritt zu entscheiden. Als Christ wisse er, dass das echte Leben „manchmal kein Schwarz und Weiß hat und keine einfachen Entscheidungen“.
Spahn gesteht Fehler in Leihmutter-Debatte ein – „Hätte es tun sollen im Nachhinein“
Der politischen Debatte, die er nun angestoßen habe, wolle Spahn sich nun stellen, berichtet er bei dem Gespräch, betont aber auch: „Es ist und bleibt was sehr Privates. Ich muss meine Familie schützen“. Schwere Vorwürfe hatten den CDU-Politiker zuvor erreicht, BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte Spahn etwa eine „Baby-Shoppingtour“ vorgeworfen.
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Ebenfalls gesteht Spahn ein, dass er sich zu dem polarisierenden Thema wohl früher hätte zu Wort melden müssen. Dass er die Leihmutterschaft nicht an besagtem CDU-Parteitag im Februar angesprochen habe, ärgere ihn. „Ich hätte es tun sollen im Nachhinein“, sagte er der Bild, gab aber auch zu, er sei damals noch nicht weit genug gewesen, diese Debatte führen zu können.
Leihmutter-Streit um Jens Spahn: Unions-Fraktionschef informierte Kanzler Merz vorab
Bundeskanzler Friedrich Merz habe Spahn übrigens schon früher über seine Vaterschaft informiert, bereits vorletzte Woche. Dieser habe sich für das Paar „persönlich gefreut“ und gratuliert. Man habe allerdings auch sofort über die schwierige politische Ausgangslage für den Schritt gesprochen.
Auch auf die Rücktrittsforderungen, wie sie etwa aus dem CDU-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern kamen, reagierte Spahn. Den dortigen Vorsitzenden kenne er bereits sehr lange. Er hätte sich daher gewünscht, dass „er sich einfach mal bei mir gemeldet hätte und wir vielleicht erst einmal gesprochen hätten“. Die Frage nach seiner Zukunft in der Fraktion wolle Spahn „natürlich erörtern, wenn wir uns im September wiedersehen.“ Am Ende könne ja „nur die Fraktion entscheiden, wie es weitergeht“, die Entscheidung wolle er in deren Hände legen. Für ihn sei nichts wichtiger, als seine Familie. (Quellen: Bild, dpa) (han)
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