CDU verliert an Zustimmung

CDU-Politiker Wüst kritisiert Merz‘ Positionswechsel

Die CDU befindet sich in einer schwierigen Lage, trotz des Erfolgs bei der Bundestagswahl. CDU-Politiker Wüst bemängelt das Verhalten der Union.

Hamburg – Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), hat hart mit der CDU abgerechnet. Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl 2025, bei der die Christdemokraten als stärkste Partei hervorgingen, zeigte er sich in der ARD-Sendung „Maischberger“ am Dienstagabend nicht zufrieden. Er rechnete mit dem Positionswechsel der Partei ab. Das Finanzpaket der CDU rechtfertigte er dennoch, trotz sinkender Zustimmung für die Union.

„Kein gutes Ergebnis“: NRW-Ministerpräsident Wüst dämpft Wahlsieg der Union

Angesichts der Situation der Ampel-Regierung wären 35 Prozent ein zufriedenstellendes Ergebnis gewesen, meinte Wüst. So hatte es auch der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz prognostiziert. CDU und CSU landeten stattdessen laut Angaben der Bundeswahlleitung zusammen bei 28,6 Prozent. „Wir haben uns mehr vorgenommen“, meinte Wüst.

Hendrik Wüst und Friedrich Merz (vorne).

Weiter sagte der NRW-Ministerpräsident: „Wenn eine Regierung, wo ja alle unsere politischen Mitbewerber aus der Mitte drin waren, fast 20 Prozent verliert, und wir gewinnen dann in Summe nur vier Prozent, dann ist das kein gutes Ergebnis. Da beißt die Maus keinen Faden ab!“ In Nordrhein-Westfalen lag die CDU klar vor SPD und AfD.

Am meisten Zuwachs hatte zur Bundestagswahl 2025 die AfD, die ihr Ergebnis von 2021 auf über 20 Prozent verdoppelte. Auch die Linke bekam fast vier Prozentpunkte Zuwachs und landete schlussendlich bei 8,8 Prozent. Als Begründung für das Ergebnis der Union nannte Wüst den Fokus auf Migrationspolitik im Wahlkampf, der aufgrund der damaligen Ereignisse und der Themenbesetzung durch die AfD notwendig, aber nicht unbedingt förderlich gewesen sei.

Union verliert an Beliebtheit – Zustimmung für einen Kanzler Merz rauscht ab

Auch nach der Bundestagswahl verliert die Union eher an Beliebtheit als dass sie sich behaupten kann. In einer YouGov-Umfrage vom 26. März kam die Union auf 26 Prozent, verlor also zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Bundestagswahlergebnis. Ganze 30 Prozent glaubten laut den Ergebnissen, dass sich ihre Lebensbedingungen unter einer Regierung aus SPD und Union verschlechtern würde. Nur neun Prozent gaben an, an eine Verbesserung unter der schwarz-roten Koalition zu glauben.

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Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
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Friedrich Merz hat ebenfalls keinen Grund zur Freude. Nur noch 32 Prozent halten den CDU-Vorsitzenden geeignet als Bundeskanzler. Wenige Tage vor der Bundestagswahl lag die Zustimmung für Merz noch bei 42 Prozent. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) hält Merz nicht für das Kanzleramt geeignet.

Union macht Kehrtwende bei Schuldenbremse – Wüst kritisiert und nimmt Parteilinie in Schutz

Laut Wüst sei unter anderem die Entscheidung zur Schuldenbremse Grund für die Entwicklungen. Die Sorgen der Menschen seien „schlicht die Wahrheit. Es ist eine andere Position, als man vorher gesagt hat.“ Der NRW-Ministerpräsident sagte weiter: „Ich finde, man sollte den Leuten auch kein X für ein U vormachen. Die Leute sind ja nicht blöd. Man muss das begründen. Aber ich finde, man kann das auch begründen.“

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Wüst zählte verschiedene Entwicklungen in den USA und der Außenpolitik des Nato-Staates auf, um eine solche Begründung zu skizzieren. Die Lage hätte sich „in Dynamik und Dimension noch einmal so krass verändert“ – „Stichwort Zeitenwende“. Auch die Entscheidung, das Finanzpaket noch im alten Bundestag abzustimmen, rechtfertigte der CDU-Politiker. Im neuen Bundestag hätte man an politischen Rändern agieren müssen, meinte er. Schön sei das trotzdem nicht, meinte Wüst: „Der Vorwurf des Wortbruchs steht im Raum.“ (lismah)

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/Imago

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