Zuhause gesucht

Hund Robert feiert schon das 6. Mal Weihnachten im Tierheim: „So gut wie keine Anfragen“

Der zehnjährige Rüde Robert wirkt sehr traurig: Der Hund hatte noch nie ein eigenes Zuhause. Zu Weihnachten wünscht er sich, endlich ankommen zu dürfen.

Essen - „Der süße Robert“ und ein Herzchen – das steht auf dem Foto, das das Tierheim Essen auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. Und Staffordshire-Terrier hat „so gut wie keine Anfragen“, schreibt das Tierheim – dabei ist er gelehrig, treu und ein wahrer Musterschüler im Hundetraining.

„So gut wie keine Anfragen“: Robert feiert schon sein 6. Weihnachtsfest im Tierheim

Das war nicht immer so: 2018 kam Robert, der schon als kleiner Welpe im Tierheim landete, aus Berlin nach Essen. Hier erhofften sie sich bessere Vermittlungschancen für den hellbraunen Rüden. Am Anfang reagierte Robert auf alles, er war mit der Menschenwelt und ihren – gerade für Hunde – überwältigenden Reizen einfach überfordert. Fremde Männer, Busse, joggende Menschen, Fahrräder, alles war zu viel.

Und nun? Fremde Männer mag er immer noch nicht so gerne, hat aber schon einige in sein großes Hundeherz geschlossen. Und auch der Rest ist kein Problem mehr, Robert geht gut an der Leine und hört auf den Menschen am anderen Ende. Kleine Hunde findet er weiterhin nicht allzu gut, aber er lässt sich laut Tierheim ablenken. Und bei den großen Spaziergruppen mit bekannten Hündinnen und Rüden kommt er mit allen gut zurecht.

Hund Robert feiert schon sein 6. Weihnachtsfest im Tierheim Essen.

Robert hatte noch nie ein eigenes Zuhause

Und doch hatte Robert bis heute noch nie ein eigenes Zuhause. Er wünscht sich zu seinem sechsten Weihnachtsfest im Essener Tierheim endlich sein Für-immer-Zuhause, endlich ankommen zu dürfen. Robert „wälzt sich für sein Leben gern im Gras“, berichtet das Essener Tierheim über ihn. Außerdem liebt er Autofahren und ausgiebige Spaziergänge, Suchspiele und „kuscheln, kuscheln, kuscheln, das ist das allergrößte Vergnügen“, heißt es auf der Website.

Robert landete bereits als kleiner Welpe im Tierheim. Er möchte endlich ein eigenes Zuhause haben.

Durch sein Alter von fast zehn Jahren hat er ein paar kleinere Wehwehchen, für die er ein Medikament und regelmäßige Physiotherapie bekommt. Damit und auch mit dem Tierarzt kommt der Rüde gut zurecht.

Weil Robert ein Staffordshire-Terrier ist, gelten für ihn in NRW laut Landesgesetz besondere Regeln, wie etwa ein Wesenstest mit dem neuen Bezugsmenschen. Dafür trainiert er schon fleißig. Er wünscht sich ein rasseerfahrenes Match und möchte als Einzelhund die Couch bewohnen. (Lena Seiferlin)

Wesenstest

Der sogenannte Wesenstest ist eine Verhaltensprüfung, die Halterinnen und Halter von Hunden einiger Rassen laut Landeshundegesetz NRW ablegen müssen. Dazu gehören zum Beispiel der American Staffordshire Terrier, der Pitbull Terrier und der Bullterrier sowie Kreuzungen mit diesen Rassen.

Die Verhaltensprüfung führt ein Amtstierarzt oder eine Amtstierärztin auf einem neutralen Gelände durch. Dabei wird unter anderem geguckt, wie gehorsam der Hund ist, wenn neben ihm Dinge passieren, wie er im Straßenverkehr und auf andere Hunde reagiert.

Bevor der Wesenstest gemacht werden kann, braucht der Mensch noch einen Sachkundenachweis.

Auch Hund Elvis wartet bald schon fünf Jahre im Tierheim auf ein neues Zuhause. Wieso sich niemand für ihn interessiert, fragt sich auch Martin Rütter.

Rubriklistenbild: © Tierheim Essen

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