In NRW

Seilbahn im Ruhrgebiet geplant – eine Fahrt dauert dreieinhalb Minuten

In Herne soll eine Seilbahn über die Stadt gebaut werden. Eine Studie hat die Machbarkeit überprüft. Dazu gibt die Stadt nun erste Details bekannt.

Herne – In dreieinhalb Minuten über Herne (NRW) schweben – das könnte bald Wirklichkeit werden. Die Pläne für eine urbane Seilbahn über die Stadt im Ruhrgebiet nehmen langsam Gestalt an. In einer Sondersitzung der Stadt Herne wurden nun die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu dem Projekt vorgestellt. Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda spricht von einem der „der spannendsten Flächenprojekte im Ruhrgebiet“.

Seilbahn über Herne ist laut einer Studie machbar

Zwei Bezirksregierungen, zwei Ausschüsse und eine Machbarkeitsstudie: Am Dienstag, 17. Oktober, stimmten die Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik darüber ab, ob das Projekt Seilbahn in Herne weiter verfolgt wird. Es scheint gut auszusehen. „Die Bezirksvertretungen Wanne, Eickel und unsere Fachausschüsse haben gestern den Weg freigemacht für weitere Schritte zum Thema urbane Seilbahn“, berichtet Oberbürgermeister Frank Dudda.

Die Seilbahn in Herne: So soll sie fahren

►Die Seilbahn in Herne verbindet den Bahnhof in Wanne-Eickel mit der geplanten Technologiewelt auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Blumenthal.

►Die Strecke ist 1050 Meter lang, eine Fahrt dauert dreieinhalb Minuten bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h.

►Es soll zwei Pendelbahnen mit Fahrzeugen für je 40 Menschen geben, es gibt 15 Sitzplätze.

►500 Menschen pro Stunde und Richtung können mit der Seilbahn fahren.

►Die Kosten für das Projekt hat ein Ingenieurbüro auf 31,83 Millionen Euro geschätzt.

►In NRW gibt es einige Projekte dieser Art, berichtet 24RHEIN. So ist auch in Köln eine Seilbahn geplant. Hier sollen 26 Passagiere in eine Kabine passen. Für die Stadt Bonn ist angedacht, bei einer Seilbahn-Fahrt auch das Deutschland-Ticket zu nutzen.

►Demnächst kommt zudem eine internationale Seilbahn-Messe in die Stadt Essen.

Im Juni 2020 hatte der Rat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die prüfen sollte, ob eine Seilbahn in Herne möglich wäre. Konkret sollte sie den Bahnhof Wanne-Eickel, der demnächst anders heißen soll, mit dem Gelände der ehemaligen Zeche Blumenthal verbinden, wo demnächst ein Technologiepark entstehen soll. In einem ersten Schritt der Studie wurde bereits festgelegt, dass das Projekt „grundsätzlich technisch machbar und genehmigungsfähig“ ist, heißt es in der Ratsvorlage der Stadt Herne.

In einem zweiten Schritt sollte dann eine Kosten-Nutzen-Untersuchung zur Seilbahn in Herne durchgeführt werden, um zu sehen, ob das Projekt förderfähig ist. Die Ergebnisse daraus stellte ein Ingenieurbüro aus Düsseldorf bei der Sitzung am 17. Oktober vor. Dabei wurden unter anderem auch erste Eckdaten zu einer möglichen Seilbahn veröffentlicht. Demnach soll es sich um eine Pendelbahn mit zwei Fahrzeugen für je 40 Personen mit 15 Sitzplätzen handeln. Der Ein- und Ausstieg befindet sich jeweils eine Ebene über dem Boden, um die Flächen darunter weiter nutzen zu können.

Ingenieurbüro stellt fest: Das Projekt Seilbahn ist förderfähig und empfehlenswert

Die Seilbahn soll eine Strecke von 1050 Metern in etwa dreieinhalb Minuten zurücklegen. Das sind etwa sieben Meter pro Sekunde und 25 km/h, heißt es in der Ratsvorlage zur Sitzung. So sollen innerhalb von einer Stunde 500 Menschen pro Richtung transportiert werden. Damit die Seilbahn stabil bleibt, sind zudem zwei Stützen eingeplant. Wenn sie eines Tages fährt, startet die Bahn auf einer Höhe von 34 Metern am Hauptbahnhof, überquert dann die Gleise der Deutschen Bahn und erreicht die Zeche Blumenthal auf einer Höhe von 66 Metern.

Eine Seilbahn könnte bald auch über die Stadt Herne fahren. (Symbolbild)

Die Baukosten der Vorzugsvariante, einer Seilbahn vom Hauptbahnhof in Wanne-Eickel bis zum Zentralplatz auf dem Blumenthal-Gelände, belaufen sich auf circa 31,83 Millionen Euro, berichtet das Ingenieurbüro in seiner Präsentation. So fallen etwa 5,3 Millionen Euro Planungskosten und 4,5 Millionen für die Stationsgebäude an. Das Ingenieurbüro hat außerdem ein Budget von 6,12 Millionen Euro für „Unvorhergesehenes“ eingeplant.

In seiner Auswertung der Kosten und Nutzen des Projekts kommt es schließlich zu dem Schluss, dass das Projekt förderfähig und empfehlenswert ist. Wie die WAZ berichtet, hat sich die Politik bei der Sitzung mit einer großen Mehrheit dafür ausgesprochen, die Pläne für eine Seilbahn in Wanne-Eickel weiter voranzutreiben. Dem muss der Rat der Stadt Herne Ende Oktober noch zustimmen. „In den kommenden anderthalb Jahren“, schreibt die WAZ, wolle die Stadt die Pläne konkretisieren. Dann folgen die Vergabe- und Planfeststellungsverfahren. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Seilbahn ab dem Jahr 2027 gebaut werden und zum gleichen Zeitpunkt wie der Technologiepark im Jahr 2028 fertig sein. (ebu)

Rubriklistenbild: © K.J. Peters/imago

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