Rumänien
„Die haben sich völlig aufgegeben“: Hunde vor Tötung gerettet
Tierschützerinnen aus NRW retten rumänische Hunde – von der Straße und aus Tötungsstationen. Sie werden in Tierheimen aufgepäppelt.
Hamm – Franka Tegethoff und Silvia Smid vom Tierschutzverein „Einfach Tierschutz e.V“ retten Hunde in Rumänien von der Straße, aus der Misshandlung und der Tötung. Der Verein hat zwei Tierheime in Rumänien: Den „Phoenix Puppy Shelter“, in dem etwa 100 Welpen aufgepäppelt und versorgt werden, und den „Phoenix Shelter“, in dem bis zu 500 Hunde und Katzen medizinisch versorgt und sozialisiert werde. Damit versuchen die Tierschützer dort zu helfen, wo die Not groß ist.
„Emotionale Herausforderung“: Tierschutzverein mit „Puppy Shelter“ rettet Hunde aus der Tötung
„Die Welpen im Puppy Shelter sind noch jung. Das kann von ein paar Tage alt bis sechs oder acht Monate gehen“, erklärt Smid im Gespräch mit wa.de. Sie selbst war bereits im Rumänien vor Ort, um den Tieren zu helfen. „Wenn zum Beispiel Welpen gefunden werden, werden wir angerufen“, so Smid. In Rumänien gibt es zudem unzählige Tötungsstationen – in fast jeder zweiten Stadt. Insgesamt sind das laut der Tierschützer über 150 Tötungsstationen.
„In Tötungsstationen können sich Krankheiten schnell ausbreiten oder es kommt dazu, dass sich die Hunde sogar gegenseitig töten“, erklärt Franka Tegethoff, ebenfalls Mitglied im Verein im Gespräch mit wa.de. Denn: „In Rumänien leben die meisten Straßenhunde, und Tierschutzgesetze gibt es da gar nicht“, so die Tierschützerin. Die Hunde leben teils in schlimmen Verhältnissen.
Monatlich holt der Verein mit Sitz in Frechen (NRW) daher Vierbeiner aus Rumänien nach Deutschland. „Da gibt es einen festen monatlichen Termin“, erklärt Smid. Wenn der Hund noch nicht vorab vermittelt ist, zieht der Vierbeiner zunächst in eine Pflegestelle – um ihn zu sozialisieren. „Hunde dort vor Ort kennen gar nichts. Die kennen zum Beispiel keine Außengeräusche oder Autos“, so Smid.
Tierschutzverein hilft in Rumänien – es gibt auch Herausforderungen
Und: Die Arbeit vor Ort stellt die Tierschützer auch immer mal wieder vor Herausforderungen. „Wir hatten zum Beispiel Hündin Viki, die an einer Tankstelle aufgelesen wurde“, erinnert sich die Tierschützerin. Der Vierbeiner war voller Zecken. Smid erklärt, dass die Ehrenamtler sechseinhalb Stunden lang die Zecken entfernt haben.
Auch weitere Faktoren sind herausfordernd. So zum Beispiel verletzte Tiere, die von Autos angefahren wurden. „Es gibt auf dem Land in Rumänien nicht so viele Tierkliniken“, erklärt Smid. Die verletzten Hunde müssen also erst einmal mit dem Auto in größere Orte gebracht werden.
Und auch Tegethoff gibt einen Einblick: „Die Arbeit ist auch eine emotionale Herausforderung“. Die Tierschützerin spricht von Videos oder Live-Übertragungen. „Das ist hart mitanzusehen, wie die Hunde da sitzen und man sieht in den Augen, die haben sich völlig aufgegeben“, so Tegethoff. Doch Smid erklärt abschließend: „Man weiß, wofür man das alles macht“.
Mithelfen bei „Einfach Tierschutz“
Wer Interesse daran hat, den Verein zu unterstützen, kann das tun. Das geht zum Beispiel Teamer, Mitglied oder Spender. Als Teamer spendet man monatlich einen Euro an den Verein. Weitere Infos dazu gibt es auf der Website des Tierschutzvereins. Der Verein hilft auch mit anderen Aktionen wie Kastrationskampagnen oder Fotoaktionen.
Auch Hund Alun kommt aus Rumänien und hat große Angst vor Menschen. Das macht die Vermittlung nicht leichter. Er sitzt im Tierheim Soest und sucht ein Zuhause mit geduldigen Menschen. Und auch Hündin Katinka hatte kein schönes Leben, bevor sie zu den Tierfreunden Lüdinghausen kam. Der Husky wurde in Rumänien an einen Baum gebunden und ausgesetzt.
Rubriklistenbild: © Einfach Tierschutz e.V.

