Auflagen sollen Verbreitung verhindern
Nach erstem bestätigten Schweinepest-Fall: Weitere ASP-Verdachtsfälle im Sauerland
In NRW wurde ein ASP-Verdachtsfall bestätigt, nachdem ein verendetes Wildschwein im Sauerland positiv auf die Afrikanische Schweinepest getestet wurde. Es gibt nun weitere Verdachtsfälle.
Update vom 15. Juni, 15 Uhr: Laut dem Landwirtschaftsministerium NRW sind im Kreis Olpe weitere tote Wildschweine gefunden worden, bei denen der Verdacht auf den ASP-Virus bestehe, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Genauere Untersuchungen der Kadaver stünden aber noch aus. Am Montag, 16. Juni, werde eine sogenannte „infizierte Zone“ um den Fundort festgelegt – dadurch soll eine Verbreitung verhindert werden. „Das mögliche Gebiet wird derzeit zwischen zuständigen Behörden intensiv beraten und auch mit dem Bund und der EU abgestimmt“, heißt es vom Ministerium.
So sollen etwa Schutzzäune dafür sorgen, dass die Wildschweine nicht mehr in benachbarte Gebiete wandern können. Laut dpa-Bericht werde es zudem Auflagen für „schweinehaltende Betriebe in der Region, für die Jagd und für Hundehalter, die ihre Hunde nur angeleint und auf den Wegen im Wald führen dürfen“, wie das Ministerium mitteilt.
Update vom 14. Juni: Das Landwirtschaftsministerium NRW teilte am Freitag mit, dass sich der Schweinepest-Verdacht bestätigt hat. Somit ist es offiziell: ASP ist nun auch in Nordrhein-Westfalen angekommen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) konnte das Virus bei dem im Sauerland gefundenen toten Wildschwein nachweisen.
Schweinepest in NRW angekommen: Erster ASP-Verdachtsfall hat sich bestätigt
Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, sagt in einer offiziellen Mitteilung: „Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis, dass es in nun einzurichtenden Sperrzonen rund um den Fundort des ASP-Virus zu Einschränkungen – etwa beim Betretungsrecht von Wäldern – kommen kann. Zum Schutz unserer Tiere und auch der Wildschweinbestände sind diese Maßnahmen unverzichtbar. Für Schweine verläuft eine Infektion fast immer tödlich.“
[Erstmeldung] Olpe - In Nordrhein-Westfalen wird derzeit ein erster Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest untersucht. Ein Jäger hat in der sauerländischen Gemeinde Kirchhundem im Kreis Olpe ein verendetes Wildschwein entdeckt, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz informierte. Nach einer ersten Analyse durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt CVUA Westfalen in Arnsberg sei das Tier positiv auf die Schweinepest getestet worden. Eine Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, stehe noch aus.
Erster Verdacht auf Afrikanische Schweinepest in NRW geprüft
Bisher handle es sich lediglich um einen einzelnen Verdachtsfall. Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor einer möglichen Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in der Region seien bereits eingeleitet worden. Die Auswirkungen könnten weitreichend sein. Für Menschen sei die Afrikanische Schweinepest ungefährlich, ebenso für andere Haus- und Nutztierarten außer Schweinen. Bei Haus- und Wildschweinen verlaufe eine Infektion mit dem ASP-Virus jedoch fast immer tödlich.
Das Landwirtschaftsministerium habe umgehend eine ASP-Koordinationsgruppe einberufen. Sollte das Friedrich-Loeffler-Institut die Infektion bestätigen, sei es das vorrangige Ziel, die Tierseuche auf ein möglichst kleines Gebiet zu beschränken und eine Ausbreitung auf Hausschweinbestände zu verhindern. Eine Impfung gegen ASP existiere nicht.
Die ursprünglich in Afrika verbreitete Schweinepest wurde 2014 erstmals in der Europäischen Union festgestellt. Nordrhein-Westfalen habe bereits seit langem präventive Maßnahmen gegen ASP ergriffen und sich auf einen Ausbruch der Tierseuche vorbereitet. Im Juni 2024 sei die Erkrankung erstmals bei Wildschweinen in den benachbarten Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. Mittlerweile seien auch zwei Hausschweinebestände betroffen.
Gefährlicher ASP-Verdacht: NRW rüstet sich gegen Ausbreitung
Neben dem direkten Kontakt zu infizierten Wildschweinen gelte das Verhalten von Menschen als Hauptübertragungsquelle der ASP. Der Erreger könne auch über Kleidung, Schuhe, Autoreifen oder Essensreste wie ein achtlos entsorgtes Wurstbrot übertragen werden. Als Ursache für den Ausbruch im Rhein-Main-Gebiet werde der Eintrag durch Speisereste vermutet.
Bereits 2024 habe NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) erklärt, dass ein Ausbruch der Schweinepest in NRW keine Frage des Ob, sondern des Wann sei. Sie habe Reiserückkehrer, Lkw-Fahrer und Pendler davor gewarnt, sorglos an Raststätten Essensreste wie Wurstbrote wegzuwerfen. Das Land habe zudem den Einsatz besonders geschulter Suchhundestaffeln in den Wäldern verstärkt. (Mit Material der dpa)
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