Besorgniserregender Zustand
„So lange Krallen, wie wir noch nie gesehen haben“: Hunde-Opa lebt in bedenklichen Verhältnissen
Hunde-Opa Pachi (12) sucht nach einem neuen Zuhause. Der Zustand des Seniors war bei seiner Ankunft im Tierheim Iserlohn besorgniserregend.
Iserlohn – Nachdem das Tierheim Dornbusch in Schalksmühle vor wenigen Wochen wegen der Aufdeckung einer illegalen Hundezucht mit einem Zuwachs von zehn Hunden auf einmal konfrontiert wurde, sorgte ein anderer Fall eines Hundes im Märkischen Kreis kürzlich für ein trauriges Wiedersehen. So war der Mischlingsrüde Pachi im Jahr 2016 bereits im Tierheim Iserlohn untergebracht. Nach seiner erfolgreichen Vermittlung hatte er einige Jahre lang ein liebevolles Zuhause und ein scheinbar unbeschwertes Leben bei seinem neuen Frauchen.
Hunde-Opa sucht Zuhause – „so lange Krallen wie wir noch nie gesehen haben“
Nachdem sich der gesundheitliche Zustand seiner Halterin jedoch auch aufgrund ihres Alters zunehmend verschlechtert hatte, änderte sich Pachis Situation schlagartig. Folglich konnte sich die Halterin nicht mehr ausreichend um Pachi, der ursprünglich von der spanischen Insel Teneriffa stammt, kümmern. „Zuletzt kam er auch nicht mehr raus“, beschreibt der Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung e. V. die bedenklichen Verhältnisse, in denen der Hund bei seiner Besitzerin lebte, in einem Facebook-Beitrag.
„So sah das Elend der beiden auch niemand. Pachi hatte so lange Krallen wie wir noch nie gesehen haben. Er lief wie auf Eiern“, heißt es dort weiter. Auch die Muskulatur des etwa zwölf Jahre alten Rüden, der ursprünglich von der spanischen Insel Teneriffa stammt, war demnach kaum noch vorhanden. Unterernährt sei er hingegen nicht gewesen. „Seit August ist er wieder bei uns im Tierheim“, erzählt Sabine Hammer, Vorsitzende des Iserlohner Tierschutzvereins. Seitdem bewohnt er die Krankenstation des Tierheims.
Freigabe zur Weitervermittlung erteilt: Pachi sucht ein „ruhiges Zuhause“
Eine „Hunde-Freundin“ leiste ihm dort Gesellschaft, wie Hammer hinzufügt. Grund für Pachis Aufenthalt auf der Krankenstation seien allerdings nicht etwa gesundheitliche Beschwerden. „Er tat uns einfach leid“, erklärt die Tierschützerin. „Wir wollten ihn nicht in unser Hundehaus bringen, wo er lautem Gebell ausgesetzt gewesen wäre. Er war schließlich ewig nicht draußen.“ Ende September erhielt Pachi schließlich die Freigabe zur Weitervermittlung.
Nun sucht das Tierheim Iserlohn dringend nach einem neuen Zuhause für den Hunde-Senior. Mit anderen Hunden vertrage er sich gut. „Nach allem, was er erlebt hat, wäre es schön, wenn wir schon bald ein liebevolles und vor allem auch ruhiges Zuhause für Pachi finden würden“, sagt Sabine Hammer. Ein Haushalt mit kleinen Kindern sei daher aus ihrer Sicht nicht geeignet.
Außerdem sehe Pachi nicht mehr so gut, weshalb sein künftiges Zuhause nicht über viele Treppen verfügen sollte. „Er kommt aber gut zurecht und geht auch noch gerne seine Runden“, schreibt der Tierschutzverein. Abschließend fügen sie hinzu: „Pachi ist ein bescheidener Hund, der das Leben so nimmt, wie es kommt.“
Der Kreis Unna sucht indes ein Zuhause für vier Hunde und 60 Kaninchen. Hintergrund ist eine Sicherstellung der Tiere. Sie wurden aus schlechter Haltung gerettet. In Rhede fanden Tierschützer aus Bocholt außerdem Cane-Corso-Mix Bübbel an einen Telefonmast gekettet. Der Vorbesitzer des Hundes soll nun zur Rechenschaft gezogen werden.
Rubriklistenbild: © Tierschutzverein Iserlohn und Umgebung

