Tierschutzverein Unna
„Schwer traumatisiert und total verängstigt“: Katze in zugeklebtem Karton ausgesetzt
Aufmerksame Menschen fanden auf einem Feldweg einen zugeklebten Karton. Darin befand sich eine verängstigte Katze. Die Katzenmilch war schon eingefroren.
Unna - Seit Donnerstagabend, 11. Januar, sind die Tierschützer des Tierschutzvereins Unna um einen tierischen Bewohner reicher. Aufmerksame Menschen fanden in einem Feldweg in der Dorotheenstraße in Unna (NRW) eine Katze – jedoch in einem Zustand, der die Tierschützer sprachlos macht.
Katze in zugeklebtem Karton ausgesetzt – Katzenmilch war bereits eingefroren
„Das Tier wurde in einem komplett verklebten Karton gefunden“, erklärt Sandra Abdinghoff vom Tierschutzverein Unna im Gespräch mit wa.de. Im Karton befand sich außerdem ein bisschen Katzenmilch, die aber bereits gefroren war. Aus diesem Grund gehen die Tierschützer davon aus, dass die Katze sich länger in dem Karton befunden haben muss.
„Zum Glück haben die Menschen nach dem Karton geschaut und ihn aufgeschnitten“, so Abdinghoff. Die Finder riefen daraufhin den Tierschutzverein an und nahmen das Tier zunächst mit zu sich nach Hause. Die Vierbeinerin war total verängstigt und unterkühlt. „Am Nachmittag brachten die Finder das Tier dann zu uns“, erzählt die Tierschützerin.
In Karton ausgesetzt: „Olivia ist schwer traumatisiert“
Die Tierschützer nannten die Katze Olivia. Und: Der Vierbeinerin geht es auch Tage nach dem tragischen Fund nicht gut. „Oliva ist total verängstigt und schwer traumatisiert“, berichtet Abdinghoff. Die Katze werde stocksteif, sobald man sich ihr nähert. Auch Olivias Zähne sind sehr schlimm und teils vereitert. „Ein paar müssen gezogen werden“, so die Tierschützerin.
Bei einem Check-Up beim Tierarzt stellte sich außerdem heraus, dass Olivia ungefähr sieben Jahre alt ist und vermutlich einen Herzfehler hat. Vermitteln kann der Tierschutzverein die Fundkatze bislang noch nicht. „Sie muss erst wieder Vertrauen fassen und erstmal komplett behandelt werden“, so Abdinghoff. Solange bleibt Olivia in Obhut des Tierschutzvereins in Unna.
Tierschutzverein sucht nach Hinweisen – „Aussetzen eines Tieres ist eine Straftat“
Die Tierschützerin stellt klar: „Das Aussetzen eines Tieres stellt eine Straftat dar“. Menschen, die Tiere aussetzen, müssen mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren rechnen. Aus diesem Grund suchen die Tierschützer nach Hinweisen. Wer etwas Auffälliges gesehen hat, wird gebeten, sich beim Tierschutzverein zu melden. Das geht per E-Mail an info@tsv-unna.de.
Spenden für Olivia
Wer den Tierschutzverein bei den anstehenden Tierarztkosten für Olivia unterstützen möchte, kann dies in Form von Spenden tun.
Sparkasse UnnaKamen
IBAN DE41 4435 0060 0000 0879 32
BIC WELADED1UNN
„Erst dann kann auch die Polizei etwas machen“, erklärt Abdinghoff. Auch die Tierrechtsorganisation Peta wurde auf den tragischen Fund aufmerksam und hat nun eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise, „die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen“ ausgesetzt.
Vor einiger Zeit fanden Spaziergängerinnen fünf Katzenbabys am Straßenrand – durchnässt und unterkühlt. Ein älteres Kätzchen wurde einige Meter entfernt gefunden. Der Tierschutzverein Dortmund nahm die Kleinen auf. In Bocholt ereignete sich ein ähnliches Szenario. Ein Mann fand vier Katzenbabys in einer Dornenhecke. Zwei von ihnen waren bereits tot. Die Befürchtung der Tierschützer: Sie wurden einfach so entsorgt.
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