Hund und Katze

Immer mehr ausgesetzte Tiere – wichtige Tipps für ihre Finder

Immer häufiger werden Tiere einfach draußen ausgesetzt. Menschen, die sie finden, sollten einiges beachten. Eine Mitarbeiterin vom Tierheim gibt Tipps.

Bottrop – Die kleine Katze mit den großen Augen wurde im Gebüsch ausgesetzt. Sie saß noch in ihrer Transportbox. „Hexe, drei Jahre“, hatte jemand darauf geschrieben. Der Fall der kleinen Katze, die in Bottrop in einem Gebüsch am Bahnhof ausgesetzt wurde, ist einer von vielen in NRW. In Düsseldorf wurde zuletzt ein Kater mit einem Zettel vor dem Bürgerbüro ausgesetzt. „Zu verschenken“, stand darauf. „Die Fälle nehmen zu“, sagt auch Silke Hankamer, Vorstandsmitglied vom Bottroper Tierheim im Gespräch mit wa.de. Wenn man ein ausgesetztes Tier findet, gibt es einiges zu beachten, erklärt die langjährige Tierheimmitarbeiterin.

So kann man ausgesetzten Tieren in NRW und im Ruhrgebiet helfen

Zunächst sei es wichtig, sich ein Bild zu machen, in welchem Zustand sich das Tier befindet. Ob es sich etwa problemlos anfassen lässt, sagt Hankamer. Dabei sei Vorsicht geboten. „Hunde und Katzen können beißen.“ Außerdem sei es sinnvoll, die Umgebung zu untersuchen. „Manchmal ist eine Decke oder eine Transportbox dabei“, sagt sie. Darin könnten wichtige Informationen zum Tier enthalten sein.

In dieser Transportbox wurde die kleine Katze „Hexe“ in Bottrop ausgesetzt.

Das Umfeld genauer zu untersuchen, sei auch wichtig, um zu sehen, ob noch mehr Tiere ausgesetzt wurden. Das komme vor, berichtet Hankmer. Sie erinnert sich an einen Fall, den das Tierheim erst kürzlich beschäftigte. Jemand hatte im dort drei Meerschweinchen abgegeben, die er im Wald gefunden hatte. Einen Tag später kam ein weiteres dazu. „Die müssen zu einer Gruppe gehört haben“, sagt Hankamer.

Ausgesetztes Tier gefunden: Diese Fragen sind zu klären

► Wie geht es dem Tier? Lässt es sich anfassen? Ist es gechipt?

► Sind noch Gegenstände, Zettel oder ähnliches dabei, die Hinweise auf den Gesundheitszustand des Tieres geben können?

► Sind noch andere Tiere in der Nähe, die möglicherweise dazugehören?

► Kann ich das Tier transportieren (etwa in einer Transportbox) oder benötige ich Hilfe?

► Wenn all diese Fragen geklärt sind und das Tier sich einfangen lässt, sollte es zum Tierheim gebracht werden.

Wer ausgesetzte Tiere findet, sollte einiges beachten. (Symbolbild)

Wer ein ausgesetztes Tier findet, sollte sich Unterstützung holen

Zuerst müssen die ausgesetzten Tiere eingefangen werden. Wie leicht oder schwer das ist, sei von Tier zu Tier unterschiedlich. „Kaninchen lassen sich zum Beispiel nicht so leicht einfangen“, sagt das Vorstandsmitglied. Das funktioniere erst, wenn das Tier bereits sehr erschöpft sei. „Wenn man selbst keine Transportbox hat, kann man vielleicht jemanden anrufen, der eine hat.“ Überhaupt könne es helfen, Unterstützung dazu zu holen.

Die Katze „Hexe“ wurde in Bottrop in einem Gebüsch ausgesetzt.

Wenn die Tiere einmal eingefangen sind, können sie zum Tierheim gebracht werden, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie durchchecken. Neben dem gesundheitlichen Zustand geht es etwa darum, ob sie kastriert sind und einen Mikrochip haben. Ausgesetzte Katzen kommen zunächst in Quarantäne, bevor sie bei den übrigen Tieren im Tierheim untergebracht werden.

Zugelaufene Katzen sind nicht immer heimatlos

In den sozialen Medien berichten Menschen immer wieder von Katzen, die ihnen zugelaufen sind. Sie tauchen plötzlich vor der Balkontür auf, wollen in die Wohnung oder suchen die Nähe zum Menschen. Hier sei es wichtig, abzuwägen, sagt Hankamer. Ist die Katze etwa gut genährt, sei es möglich, dass sie nur auf der Durchreise ist. „Dann würde ich eher die Finger davon lassen.“

Ein Anruf im Tierheim kann in so einer Situation helfen. „Wir haben Listen mit Tieren, die vermisst werden“, sagt Hankamer. So können Ausreißer ihren Besitzerinnen und Besitzern zurückgegeben werden. „Es kann auch helfen, in der Nachbarschaft zu fragen, ob jemand ein Tier vermisst.“ Manchmal habe es aber auch Gründe, warum Tiere sich nach einer neuen Unterkunft umsehen. „Katzen sind sehr eigen“, erklärt Hankamer. „Wenn es ihnen irgendwo nicht so gut gefällt, suchen sie sich auch mal ein neues Zuhause.“ (ebu)

Rubriklistenbild: © Christof Köpsel/Funke Foto Services/imago

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