Schwierige Situation
„Auch für erfahrene Pfleger ist sowas nur schwer auszuhalten“ – Katzenleid nimmt kein Ende
Das Katzenleid nimmt kein Ende. Die Tierheime sind voll, Tierheimmitarbeiter kommen an ihre Grenzen. Das könnte verhindert werden.
Bonn - „Hier liegen die Nerven blank“, schreibt das Tierheim Bonn (NRW) in einem Facebook-Posting. Der Grund ist ein Problem, mit dem derzeit viele Tierheime und Tierschutzvereine in Deutschland kämpfen – eine Kittenflut, die kaum zu stemmen ist.
„Derzeit haben wir 134 Katzen in unserem Bestand“, schreibt Natalie Vöpel vom Tierheim Bonn auf Nachfrage von wa.de. Von Donnerstag bis Montag, 8. Juli, sind außerdem 17 Katzenwelpen zur Welt gekommen, so die Tierschützer. Insgesamt haben es 15 von ihnen überlebt.
Babykatzen-Flut: „Auch für erfahrene Pfleger ist sowas nur schwer auszuhalten“
„Weitere sechs Kitten, die bereits in Freiheit geboren wurden, kamen mit und ohne Mutter am Wochenende über private Finder und das ist noch nicht das Ende“, schreiben die Tierheimmitarbeiter weiter. Und das ist nicht alles: Zwei weitere Katzenmamas haben ebenfalls Nachwuchs bekommen. Das Katzenhaus ist also rappelvoll.
„Weiterer Ballast“: Katzenmamas bekommen Babys im Tierheim
Die Tierschützer haben ein bewegendes Beispiel: Katze Siska, selbst noch eine junge Katze, habe fünf Babys bekommen. „Das waren einfach zu viel für ihren kleinen Körper. Zwei Kitten waren heute Morgen bereits tot“, so die Tierschützer in dem Posting. Die Pfleger haben sie leblos aufgefunden. „Auch für erfahrene Pfleger ist sowas nur schwer auszuhalten und ist weiterer Ballast in dieser ohnehin schon schwierigen Situation“. Die zwei anderen frisch gebackenen Mamis haben jeweils weitere sechs Babykatzen geboren.
Diese Seite könnte den meisten Menschen unbekannt sein, doch die Tierheimmitarbeiter werden täglich mit solchen Bildern und Situationen konfrontiert. „Wir sind verzweifelt und haben keinerlei Verständnis dafür, wieso man Katzen unkastriert rauslässt und es in Kauf nimmt, dass weiteres Leid entsteht, oder aber sogar Katzen gezielt werfen lässt, weil die Kitten so süß sind“, heißt es in dem Posting.
Katzenschutzverordnung gilt in vielen Teilen Deutschlands
Und eigentlich gibt es in Bonn – so wie auch in vielen anderen Teilen Deutschlands – eine Katzenschutzverordnung, um genau dieses Leid zu unterbinden. Diese gilt laut Vöpel bereits seit 2012. Demnach muss jede Freigängerkatze in Bonn kastriert, gechipt und registriert sein. Dennoch gibt es Menschen, die sich daran nicht halten. Die Tierschützer haben einen Appell: „Lasst eure Katzen (auch die Kater) kastrieren, chippen und registriert sie. Es ist unerlässlich und nebenbei bemerkt auch eure Pflicht“.
Immer wieder kommt es vor, dass Tiere einfach ausgesetzt werden. In Lippstadt wurden vor einiger Zeit zwei Katzenbabys auf der Straße gefunden. Die beiden wurden einfach in einem Katzenklo ausgesetzt – mit Futter und Decke. Ein ähnliches Szenario ereignete sich in Dortmund. Fünf Katzenbabys wurden am Straßenrand gefunden – durchnässt und unterkühlt.
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