Afrikanische Schweinepest
NRW hat dringende Bitte an Bevölkerung – Sorge vor „hochinfektiöser Krankheit“
Die Sorge vor einer „hochinfektiösen Krankheit“ wächst in NRW. Der Ausbruch einer Tierseuche wird befürchtet. Das Land NRW hat eine dringende Bitte an alle.
Hamm - Während die Landwirte in Nordrhein-Westfalen derzeit bereits mit der Blauzungenkrankheit kämpfen müssen, wächst die Sorge vor einer weiteren Tierseuche. Die meist tödlich verlaufende Virusinfektion ASP, Afrikanische Schweinepest, „steht wie schon im Jahr 2022 vor unserer Haustür“, warnt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) im Interview mit der Rheinischen Post. Das Land bereitet sich auf einen Ausbruch vor, denn die Tierseuche ist bereits in Nachbar-Bundesländern ausgebrochen.
Sorge vor „hochinfektiöser Krankheit“: Land NRW mit wichtiger Bitte an die Bevölkerung
Vorweg: Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Das Landwirtschaftsministerium erklärt, dass die Viruserkrankung ausschließlich Schweine, sowohl Wildschweine als auch Hausschweine, betrifft. Für infizierte Tiere sei die Sterblichkeitsrate hoch. „In Schweinehaltungsbetrieben kann die Tierseuche, gegen die es keine Impfung gibt, zu großen wirtschaftlichen Schäden führen“, erklärt das Land NRW.
In Nordrhein-Westfalen seien bislang keine Verdachtsfälle der Afrikanischen Schweinepest bekannt. Doch das Virus komme näher, heißt es. „Im Juni 2024 wurde die Erkrankung erstmals bei Wildschweinen in unseren benachbarten Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz im Rhein-Main-Gebiet nachgewiesen. Inzwischen sind auch schon zwei Hausschweinebestände betroffen. Restriktionsgebiete wurden ausgewiesen.“ Laut Silke Gorißen sei ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in NRW „leider keine Frage des Ob, sondern des Wann, denn die ASP ist eine hochinfektiöse Krankheit“.
Sorge vor Afrikanischer Schweinepest in NRW – „außerordentlich lange ansteckungsfähig“
Das Land bereite sich seit Langem darauf vor. Und auch die Bevölkerung könne mithelfen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreite. „Als Hauptübertragungsquelle der ASP gilt neben direktem Kontakt zu infizierten Wildschweinen vor allem das Verhalten von Menschen“, erklärt das NRW-Landwirtschaftsministerium. Der Erreger bleibe „außerordentlich lange ansteckungsfähig“. Übertragung und Verbreitung seien möglich über:
- Tierkontakte
- Kleidung
- Schuhwerk
- Werkzeuge
- Autoreifen
- Transportfahrzeuge
- Nahrungsmittel
„Als Ursache für den Ausbruch im Rhein-Main-Gebiet wird der Eintrag durch Speisereste vermutet“, erklärt das Land. So könne etwa ein achtlos entsorgtes Wurstbrot zur Ausbreitung beitragen. „Essensreste sollten vermieden oder ordnungsgemäß, also für Wildschweine unzugänglich, entsorgt werden.“ Für Haus- und auch für Wildschweine bestehe seit Jahrzehnten ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen.
Wichtige Bitte vom Land NRW: „Keine Lebensmittelreste in offenen Mülleimern entsorgen“
Deshalb bittet das Landwirtschaftsministerium die Öffentlichkeit, vor allem aber an Jäger, Förster, Reisende, Fernfahrer, Pilzsammler und Tierhalter:
- keine Lebensmittelreste in offenen Mülleimern zu entsorgen
- von Jagdreisen in aktuelle Ausbruchsgebiete abzusehen
- Biosicherheitsmaßnahmen in den schweinehaltenden Betrieben strikt einzuhalten
Bereits vor der EM warnte Gorißen vor der Afrikanischen Schweinepest. Um einer Einschleppung der Tierseuche nach Nordrhein-Westfalen vorzubeugen, habe das Landwirtschaftsministerium unter anderem bereits die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben. Ausgenommen seien Muttertiere mit Frischlingen unter etwa 25 kg gewesen. „Durch eine intensivere Bejagung der hohen Wildschweinbestände wird das Risiko einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verringert.“
Afrikanische Schweinepest
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine für Menschen ungefährliche, für Wildschweine und Hausschweine aber hochansteckende und zumeist tödlich verlaufende Virusinfektion. Ursprünglich in Afrika verbreitet, wurde sie 2007 nach Vorderasien eingeschleppt und hat sich über Osteuropa ausgebreitet. 2014 wurde das Virus erstmals in der Europäischen Union nachgewiesen.
Quelle: NRW-Landwirtschaftsministerium
Zudem ruft das Landwirtschaftsministerium dazu auf, Funde von toten Wildschweinen unmittelbar zu melden. „Wer ein totes Wildschwein in NRW findet, wird gebeten, dies unter der Telefonnummer 0201.714488 oder per Mail an nbz@lanuv.nrw.de der Bereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zu melden. Sie kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.“
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