Anwohner in Scheidingen genervt

Randale und Zerstörung: Autos mit Steinen beworfen

Ende November wurde die Heckscheibe dieses Mercedes in „der Aulflucht“ in Scheidingen mit einem Stein eingeworfen. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein altes Modell, für das sich die Suche nach Ersatzteilen oftmals schwierig gestaltet.
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Ende November wurde die Heckscheibe dieses Mercedes in „der Aulflucht“ in Scheidingen mit einem Stein eingeworfen. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein altes Modell, für das sich die Suche nach Ersatzteilen oftmals schwierig gestaltet.

Normalerweise geht es in Scheidingen eher beschaulich zu. Doch seit einigen Wochen scheppert es immer wieder in dem Örtchen.

Scheidingen – Gleich mehrere Autos wurden durch Steinwürfe beschädigt, auch Scheiben von Gewächshäusern wurden zur Zielscheibe Unbekannter. Vorgärten wurden verwüstet, Deko beschädigt oder geklaut.

„Es nervt“, schildert Franz-Josef Berz das ungute Gefühl, das derzeit viele Scheidinger umtreibt und unruhig schlafen lässt. Verständlich. „Nicht jeder hat eine Vollkaskoversicherung für das Auto. Für einen Lehrling kann es da im Portemonnaie eng werden.“

Er selbst muss tief in die Tasche greifen, um den Schaden reparieren zu lassen, den der unbekannte Steinwerfer an seinem Mercedes verursacht hat: 2 500 Euro werde er zahlen müssen.

Mit diesem Stein wurde ein Mercedes beworfen.

Passiert ist der Vorfall in der Nacht von Sonntag, 10. Dezember, auf Montag, 11. Dezember 2023. Wie gewohnt fuhr die Frau von Franz-Josef Berz zur Arbeit. Den Schaden am Auto bemerkte sie jedoch nicht. „Wenn sie um 6.30 Uhr in der Früh losfährt, ist es ja noch zappenduster“, so der Scheidinger. Als er selbst am Montagmorgen die Mülltonnen vor das Haus stellte, bemerkte er den andersfarbigen Stein. Rot war er nicht. „Der graue Kaventsmann lag mitten auf dem Parkplatz“, berichtet er. „Nach den Steinwurf-Vorfällen der letzten Wochen schrillten bei mir natürlich die Alarmglocken.“ Die sogleich per Telefon informierte Ehegattin ging einmal ums Auto – und bemerkte den Schaden am hinteren Bereich des Fahrzeugs. Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet.

Neben diesem seien im Zeitraum vom 2. Oktober bis 28. November 2023 vier weitere Fälle in Scheidingen laut Polizei ebenfalls angezeigt worden. In jedem Fall seien die Heckscheiben der Autos mit Steinen eingeworfen worden. „In den meisten Fällen über Nacht, sodass der Schaden am nächsten Tag festgestellt wurde“, erklärt Polizeisprecherin Diana Kettelhake. Zeugen gab es nicht. Ebenso wenig wie Videoaufnahmen. Deshalb sei es schwer, an die Täter heranzukommen.

„Eigentlich herrscht immer Ruhe in unserem Dorf“, sagt Ortsvorsteher Andre Buschulte. Aber seit ein paar Wochen herrsche Unruhe unter den Scheidingern. Die Vorfälle sorgten für Unmut und unruhige Nächte, was Buschulte auch total nachvollziehen könne: Keiner weiß, ob sein in der Einfahrt geparktes Auto am nächsten Morgen beschädigt ist. „Es ist ja auch nicht so, dass sich die Vorfälle auf einen bestimmten Teil häufen, sondern in dieser Intensität irgendwie im ganzen Dorf. Die Leute sind dementsprechend sauer.“

Den Auftakt der Vandalismusschäden machten die Gewächshäuser von Joachim Nölken. 13 Glasscheiben zerstörten die Vandalen, indem sie Schottersteine aus dem Einfahrtsbereich zum benachbarten Sportplatz warfen. Auch dieser Vorfall wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Der Opel diente Vandalen als Zielscheibe.

Nicht so wie die kleineren Vandalismusschäden, die in der aus rund 300 Mitgliedern bestehenden Whatsapp-Gruppe von Scheidingen die Runde machen. Da wurden Vorgärten verwüstet, Dekoration beschädigt oder entwendet. „Nach ein paar Tagen tauchten die Gegenstände dann am Ende des Dorfes wieder auf“, berichtet Buschulte. Angst hat Franz-Josef Berz auch davor, dass die „finsteren Gestalten“ auch dem Scheidinger Sportplatz zu dunkler Stunde ebenfalls Schäden zufügen könnten.

Wünschen würde der Ortsvorsteher Buschulte deshalb, dass die Polizei mehr Präsenz in dem Ort zeigen würde und Patrouille fahren, um die unbekannten Vandalen auf frischer Tat ertappen zu können. Scheidingen sei momentan „Hotspot“ für Vandalismus.

„Wir können nicht 24 Stunden überall im Kreis Soest Streife fahren, sondern nur Schwerpunkte setzen“, sagt Polizeisprecherin Kettelhake dazu. Alle Taten verhindern, ließen sich dadurch jedoch nicht.

Das zuständige Kriminalkommissariat Werl kümmere sich um die Bearbeitung der angezeigten Vandalismusvorfälle.

Die Polizeisprecherin appelliert deshalb, bei verdächtigen Vorfällen immer die 110 zu wählen und keine Hemmschwelle zu haben. „Wir sind darauf angewiesen, dass uns Vorfälle gemeldet werden.“

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