Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss
Hauptschul-Halle eine Alternative für die Flüchtlinge
Die Gemeinde Welver setzt alle Hebel in Bewegung, um eine Nutzung der Zweifachhalle an der Reiherstraße zur Unterbringung von Schutzsuchenden zu vermeiden. Wie Bürgermeister Camillo Garzen in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses durchblicken ließ, ist auch die kleine Turnhalle an der ehemaligen Hauptschule eine Option.
Welver – In der Debatte, die auch vom Anzeiger-Bericht in der Donnerstag-Ausgabe ausgelöst worden war, fragte Michael Schulte von der CDU nach, warum denn die Bördehalle nicht als Flüchtlingsunterkunft in Frage käme. Schließlich habe der Kreis Soest sogar im Zuge des Zustroms Geflüchteter vor ein paar Jahren bei der Gemeinde wegen der Bördehalle nachgefragt.
Doch ist das über 50 Jahre alte Gebäude laut Ordnungsamtsleiter Detlev Westphal nicht geeignet. Wie er im Hauptausschuss ausführte, ist die Bördehalle außen vor, weil sie weder hinsichtlich des Brandschutzes noch hinsichtlich der Fluchtwege die Voraussetzungen erfüllt.
Dies ist aktuell auch bei der Turnhalle an der ehemaligen Hauptschule der Fall, worauf Westphal ebenfalls hinwies. Doch Bürgermeister Garzen machte deutlich, dass die Halle an der Wolter-von-Plettenberg-Straße durchaus kurzfristig so ertüchtigt werden könne, dass sie als Unterkunft für Schutzsuchende dienen könnte. Es müsste lediglich eine zweite Tür als Fluchtweg eingebaut werden.
Garzen ergänzte, dass die Umwandlung der Zweifachhalle an der Reiherstraße, die sowohl von den Grundschulkindern als auch von Vereinen, hier insbesondere im Winterhalbjahr, intensiv genutzt wird, nur in Anspruch genommen werden müsste, wenn sonst gar nichts mehr gehe: „Wir arbeiten an Alternativen. Das geht nur manchmal nicht so schnell, wie wir es uns wünschen würden.“
Ursache für die aktuelle Notlage sei auch eine Veränderung bei den Zuweisungsquoten. Bislang seien die Flüchtlinge aus der Ukraine angerechnet worden, das sei jetzt nicht mehr der Fall. Daher liefen alle Kommunen, nicht nur Welver, aktuell voll. Auch ein unmittelbarer Stopp des bundesweiten Zustroms würde sich erst in 2024 in Welver bemerkbar machen. „Die Situation wird zunehmend schwer beherrschbar, die Luft wird dünner“, so der Bürgermeister.
Eine Nutzung der Zweifachhalle für Flüchtlinge stieß in der Politik unisono auf Widerstand. Stefan Pake von der CDU machte auf die Probleme aufmerksam, die dadurch entstehen würden, da schließlich der Eingangsbereich und der Anbau als Mensa für die Offene Ganztagsschule genutzt würde. Also müsse eine andere Lösung gefunden werden. Auch Kay Philipper von Welver 21 wies auf die fehlende Akzeptanz der Bevölkerung hin. „Das führt zu einem Aufschrei.“ Und Monika Korn von der FDP empfahl, dass an die heimischen Bundestagsabgeordneten von der lokalen Politik appelliert werden solle, weil die Lage sich so zugespitzt habe.