Bönener Tafel
20 Ehrenamtler versorgen 168 Bedürftige jede Woche mit Lebensmitteln
Die Bönener Tafel gibt jeden Dienstag Essen aus. Niemand wird hungrig weggeschickt, auch ohne Nachweis beim ersten Besuch.
Die Stimmung bei der Essensausgabe der Bönener Tafel ist gut. Auch wenn es zwischendurch für die insgesamt 20 ehrenamtlichen Helfer stressig werden kann. Jeden Dienstag ab 10.30 Uhr können registrierte Bedürftige an der Ausgabestelle an der Bahnhofstraße 84 (Eingang am Parkplatz neben Edeka) Lebensmittel, aber auch kleinere Gegenstände aus Haushaltsauflösungen in Empfang nehmen.
Individuell gepackte Kisten
168 Personen sind es mittlerweile, die sich hier jede Woche versorgen können. Es gibt Backwaren, Molkereiprodukte, Obst und Gemüse. Bei der Auswahl dürfen die Klienten, wie die Kunden respektvoll genannt werden, mitentscheiden. Das war ein bewusster Entschluss, erklären die Helfer, denn nicht jeder kennt jedes Gemüse. „Was ist eine Artischocke?“, hätten die Ehrenamtler schon öfter gehört und helfen dann mit Tipps für die Zubereitung. Aber auch Allergien oder die Erkenntnis, dass einfach nicht jeder alles mag, haben dazu beigetragen, keine bereits vorgepackten Kisten auszugeben.
Was tatsächlich in der Einkaufstasche landet, hängt vom Angebot ab. Die Bönener Lebensmittel werden jeweils morgens von der Zentralstelle der Tafel Unna angeliefert, mit Ausnahme der Spenden, die direkt aus Bönen stammen. Backwaren der benachbarten Bäckerei Büsch holen die Helfer selbst ab. Auch der angrenzende Edeka-Markt spendet Lebensmittel. Weitere stammen von K&K. Die Gaststätte Böinghoff kocht einmal im Monat ein fertiges Gericht für die Klienten. An einem weiteren Tag kochen die Helferinnen der Tafel.
Das Team ist gut eingespielt
Mit dieser Vorgehensweise klappen die Abläufe gut. Alles greift ineinander und das Team ist gut aufeinander eingestellt. Trotzdem sei der Trubel bei der Ausgabe anstrengend, denn dann wird es voll in den Reihen. Um die Abläufe zu entzerren, werden Schwangere, Menschen mit Handicap oder Senioren gebeten, möglichst gleich zur Öffnung zu kommen. Alle anderen folgen dann nach.
„Um halb zwölf sind wir eigentlich fertig“, fasst Elke Werth zusammen, die sich seit 2010 ehrenamtlich für die Tafel engagiert. Wenn alle Klienten die Ausgabe verlassen haben, setzen sich die Helfer noch einmal an einen Tisch. Das sei notwendig, denn oft bestehe Gesprächsbedarf. „Über das reden, was man zuvor erlebt hat, und erst mal runterkommen“, das sei sehr wichtig, betont Elke Werth. Schließlich werden nicht nur Lebensmittel ausgegeben, die freiwilligen Helfer werden auch Zeugen von Schicksalen.
Auch deshalb werde niemand abgewiesen. So komme es durchaus vor, dass jemand zum ersten Mal die Tafel aufsucht, aber gar nichts von den Abläufen weiß. Niemand wird hungrig weggeschickt, sollte aber beim nächsten Besuch einen Nachweis über das Einkommen mitbringen. Das könne ein Rentenbescheid sein, aber auch ein Wohngeldnachweis.
Für die Lebensmittel ist ein Obolus fällig. Für einen Ein-Personen-Haushalt sind das zwei Euro. Gestaffelt steigt der Betrag dann bis auf sieben Euro für einen Haushalt mit mehr als fünf Personen. Fehlt ein Topf oder Geschirr, kann die Tafel mitunter auch helfen. Zu Beginn der Ukrainekrise sei das bitter nötig gewesen, erinnern sich die Helfer. „Die hatten nichts!“
Weitere Helfer willkommen
Wer bei der Essensausgabe helfen und selbst Teil des ehrenamtlichen Teams sein möchte, darf gerne an einem Dienstagmorgen um 9 Uhr vorbeikommen. „Wir gucken dann, ob es passt“, verspricht Helen Eßkuchen, die seit 2014 eine der Unterstützerinnen ist.