Der Inhaber spricht

„Haus des Döners“: Wie der Hype den Weg nach Hamm finden soll

Freut sich auf Hamm: Selahattin Demirbas, hier vor seinem künftigen „Haus des Döners“.
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Freut sich auf Hamm: Selahattin Demirbas, hier vor seinem künftigen „Haus des Döners“ in der Oststraße.

Wenn Social-Media-Hype auf Sicherheitsbedenken trifft: Hamm bereitet sich auf die Eröffnung eines einmaligen Döner-Ladens vor. Der Inhaber will Tumulte vermeiden.

Hamm – Im Ladenlokal des früheren „Beef Club“ zwischen Oststraße und Marktplatz in Hamm haben die Arbeiten für „Das Haus des Döners“ begonnen. Leitungen und Rohre liegen offen bereit, Wände und Decken zeigen Handwerkerspuren. Was derzeit noch unscheinbar wirkt, soll in wenigen Wochen in einem Spektakel münden. Der mittels Instagram und Tiktok gehypte Marketing-Gag „1 Döner für 1 Cent“ hatte in vielen anderen Städten Gedränge und teils Hunderte Meter lange Schlangen zur Folge, teils kamen Polizei und Ordnungsdienst zu Hilfe.

Selahattin Demirbas, Franchisenehmer und künftiger Betreiber, setzt in Hamm natürlich auch auf die Macht solcher Bilder, Tumulte aber will er tunlichst vermeiden. „Um gefährliche Situationen weitgehend ausschließen zu können, habe ich den Einsatz eines Security-Teams fest eingeplant“, erklärt der 53-Jährige. Gerne sei er zudem bereit, „mit den Behörden zusammenzuarbeiten“.

Ein Eröffnungsdatum kann Demirbas angesichts vieler offener Baustellen im Ladenlokal noch nicht nennen. Mindestens sechs Wochen werde es noch dauern, schätzt er. Das wäre dann Mitte April. Bis dahin wird er von seiner Heimatstadt Duisburg noch oft nach Hamm pendeln. Mindestens 20 Mal sei er bereits im Vorfeld hier gewesen, um die Situation und die Erfolgsaussichten auszuleuchten und zu analysieren.

260 Kilo Kalb- und Hähnchenfleisch zur Eröffnung

Demirbas’ Tochter führt in Duisburg bereits seit Juli 2023 eine von inzwischen 70 „Haus-des-Döners“-Filialen. Der Standort Hamm soll nun das alleinige Baby des 53-Jährigen sein. Auch wenn sich alle Mitglieder der großen Familie Demirbas natürlich unterstützen, wo immer es nötig erscheint.

Nötig wird das ganz sicher am Eröffnungstag sein, an dem allein 260 Kilogramm Kalb- und Hähnchenfleisch zur Oststraße gebracht werden. Wie lange das reicht? „Bis nichts mehr da ist“, lächelt Demirbas. „Aber erfahrungsgemäß mindestens bis zum frühen Abend.“ Muss er die 1-Cent-Aktion eigentlich selbst bezahlen, oder stemmt das der Franchisegeber? „Weder noch“, sagt Demirbas. „Das wird geteilt - so dass am Ende alle Seiten zufrieden sind.“

Im Normalgeschäft dürfte der Preis dann etwa 699 Cent teurer sein, also bei etwa 7 Euro liegen. Dafür sollen die Kunden dann ein besonders hochwertiges und frisches Produkt mit „speziellen Berliner Saucen“ nach „Geheimrezept“-Zutaten bekommen. Neben Dönern gibt’s zunächst nur Falafel, Currywurst und Pommes; erst nach und nach soll die Angebotspalette wachsen.

Leidenschaftlicher Einsatz für Integration

Neben seinem Job für die inzwischen größte Döner-Franchisekette Deutschlands arbeitet Demirbas in seiner Ruhrgebiets-Heimat übrigens leidenschaftlich für Integration. Besonders wichtig ist ihm dabei sein Trainerjob für eine multikulturell geprägte Mädchen-Fußballmannschaft beim Duisburger FV 08.

Ein friedliches Miteinander erhofft sich der 53-Jährige auch mit Blick auf die omipräsente örtliche Döner-Konkurrenz: „Im besten Fall spornen wir uns gegenseitig an, immer besser zu werden.“

Die Vorsitzende der Interessengemeinschaft City Ost, Magret Holota, begrüßt die Neueröffnung. Es mache die Innenstadt attraktiver, wenn es dort mehr Gastronomiebetriebe gebe, sagte sie der Lippewelle. Es wäre ihr zwar lieber, wenn Einzelhandelsgeschäfte, etwa für Schreibwaren, leerstehende Ladenlokale beziehen würden. Aber das sei utopisch.

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