Hitzebelastung erkennen

Hitze macht immer mehr Menschen krank: Warnzeichen des Körpers ernst nehmen

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Sonnenstich, Hitzschlag oder Kreislaufprobleme: Die Fälle hitzebedingter Krankheitsausfälle nehmen massiv zu. Krankenkasse fordern: „Hitze ernst nehmen“.

Die Hitze macht immer mehr Menschen krank. So ist in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland die Zahl der hitzebedingten Krankschreibungen deutlich gestiegen. Bis Mitte Juli meldeten sich nach Angaben der Krankenkasse IKK Südwest bereits mehr als 500 Menschen wegen Sonnenstich, Hitzschlag oder Kreislaufproblemen krank. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der hitzebedingten Krankschreibungen lag im Sommer 2022 bei rund 550 Fällen. Und das, obwohl dieser als einer der wärmsten Sommer seit Wetteraufzeichnung gilt.

Bei den drei Bundesländern liegt das Saarland nach der Auswertung der Krankenkasse vorn. Hier waren Versicherte im Schnitt 3,9 Tage hitzebedingt krankgeschrieben. Rheinland-Pfalz folgt mit 3,8 und Hessen mit durchschnittlich 3,5 Tagen.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer massiven Hitzewelle

Diese alarmierenden Zahlen dürften sich angesichts der bevorstehenden extremen Wetterlage noch weiter verschlechtern. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer massiven Hitzewelle, die bereits am Mittwoch (13. August) ihren Höhepunkt mit Temperaturen von bis zu 38 Grad erreichen wird. Besonders betroffen ist der Südwesten Deutschlands.

Die Meteorologen prognostizieren aber nicht nur Rekordtemperaturen, sondern auch eine außergewöhnlich lange Sonnenscheindauer – in Berlin werden elf, in Nürnberg 13 und in der Region um Düsseldorf und Köln sogar 14 Sonnenstunden erwartet. Diese Kombination aus extremer Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung verstärkt die Belastung für den menschlichen Körper erheblich.

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Diese Berufsgruppen leiden besonders unter der Hitze

„Je länger und ausgeprägter Hitzeperioden im Sommer sind, desto mehr Krankmeldungen erreichen uns. Die aktuellen Zahlen zeigen sehr deutlich, dass Hitze längst keine bloße Unannehmlichkeit mehr ist – sie ist ein handfestes Gesundheitsrisiko“, warnt Jörg Loth, Chef der IKK Südwest.

Gerade für Menschen, die täglich im Freien arbeiten müssen, wird die kommende Hitzewelle zur besonderen Herausforderung. Den Spitzenplatz bei den hitzebedingten Ausfällen belegen Zusteller von Post- und Kurierdiensten. Dahinter folgen Bauarbeiter und Beschäftigte in Handwerksberufen im Hoch-, Tief- und Maschinenbau. Auffällig ist zudem eine Häufung der Krankheitstage in Erziehungsberufen aufgrund der Hitzebelastung.

Woran lässt sich erkennen, wann die Hitze kritisch für den Körper wird? 

Wenn der Körper mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt, dehydriert er. Typische Symptome sind Durst, trockene Haut, Schwindel und dunkler Urin. Doch es kann auch ernster werden: „Bei einer starken Dehydrierung läuft die Niere trocken, ganz locker gesagt. Das kann zu Nierenschädigungen führen“, warnt Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann im Gespräch des Gesundheitsmagazin 24vita.de.

Menschen, die sich längere Zeit ohne Kopfbedeckung in der Sonne aufhalten, setzen sich außerdem dem Risiko aus, einen Sonnenstich zu bekommen. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und Bewusstseinstrübung. Dann heißt es auf jeden Fall raus aus der Sonne und für Abkühlung sorgen. Passiert das nicht, kann der Sonnenstich in einen Hitzeschlag übergehen: Das ist immer ein medizinischer Notfall!

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Angesichts der bevorstehenden Extremwetterlage wird Loths Forderung noch dringlicher: Arbeitgeber und Angestellte müssen die Hitze ernst nehmen. Nötig seien präventive Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter – wie Schulungen zu Trinkverhalten oder Hitzeaktionspläne in Unternehmen. (Mit Material der dpa)

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